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Neu-Ulm

09.12.2015

Polizei fasst Menschenhändler und befreit Frauen

Die Kriminalpolizei Neu-Ulm hat eine mutmaßliche Menschenhändler-Bande gefasst.
Bild: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

Menschenhändler sollen junge Frauen nach Deutschland gebracht, geschlagen und zur Prostitution gezwungen haben. Jetzt nahm die Polizei eine Bande fest.

Sie brachten junge Frauen aus Osteuropa nach Deutschland, schlugen sie, zwangen sie hier zur Prostitution und nahmen ihnen dann das verdiente Geld postwendend wieder ab. Die Neu-Ulmer Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Memmingen sind einer Gruppe von Rumänen auf die Schliche gekommen, denen nun bandenmäßiger Menschenhandel vorgeworfen wird.

Nach „mehrmonatigen intensiven und zunächst verdeckt geführten Ermittlungen“, so teilte die Polizei gestern mit, hätten die Ordnungshüter am Mittwoch der vergangenen Woche zugeschlagen. Parallel wurden im Landkreis Biberach drei Wohnungen durchsucht und schlussendlich fünf rumänische Männer im Alter zwischen 24 und 33 Jahren sowie eine 27-jährige Frau verhaftet. Sie sitzen seither in Untersuchungshaft.

Neben den Festgenommenen wurden in den Wohnungen mehrere junge Frauen im Alter von 21 bis 26 Jahren, darunter auch die vier bekannten Opfer und weitere sieben Männer, angetroffen. Alle Personen waren rumänische Staatsangehörige. Im Rahmen der polizeilichen Durchsuchungen wurde auch umfangreiches Beweismaterial aufgefunden und ein Bargeldbetrag von 5000 Euro sichergestellt.

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"Um die Gefügigkeit der Opfer zu erhalten, wurden sie beinahe täglich geschlagen"

Nach Auskunft eines Polizeisprechers hatten die Ermittlungen ihren Ursprung in Neu-Ulm. Bei Kontrollen in hiesigen Bordellen seien die Frauen ebenso wie ihre Zuhälter ins Visier der Polizei geraten. In den darauffolgenden Wochen und Monaten wurde schließlich das „Geschäftsmodell“ der Bande immer offenkundiger. So wird den Festgenommenen bandenmäßiger Menschenhandel vorgeworfen, da sie junge Frauen aus dem Ausland nach Deutschland gebracht und sie dort über mehrere Monate hinweg zur Prostitution gezwungen haben sollen.

Offenbar wurden die Frauen zu diesem Zweck täglich in verschiedene Bordelle in Bayern, darunter eben auch Neu-Ulm, sowie Baden-Württemberg gebracht, wo sie unter ständiger Beobachtung ihrer Begleiter standen. Ihren „Dirnenlohn“, wie es die Polizei in ihrer Pressemitteilung nennt, hätten die Frauen ihren Peinigern übergeben müssen.

Während ihres Aufenthalts in Deutschland wurden die Frauen nach Angaben der Polizei in mehreren Wohnungen im Landkreis Biberach unter „unwürdigsten Bedingungen“ untergebracht. Die Wohnungen seien stark verunreinigt und deutlich überbelegt gewesen. Zudem wurden die Frauen nur unzureichend mit Nahrung versorgt. „Um die Gefügigkeit der Opfer zu erhalten, wurden sie beinahe täglich geschlagen“, so die Polizei. bmi

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