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Neu-Ulm

11.05.2015

Polizei kritisiert: Fahrrad-Diebe haben zu oft leichtes Spiel

Einer der beliebtesten Orte für Fahrraddiebe: der Neu-Ulmer Bahnhof. Trotz regelmäßiger Kontrollen ist dort die Diebstahlquote besonders hoch.
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Einer der beliebtesten Orte für Fahrraddiebe: der Neu-Ulmer Bahnhof. Trotz regelmäßiger Kontrollen ist dort die Diebstahlquote besonders hoch.

Mit den Temperaturen steigt in Neu-Ulm etwa auch die Zahl gestohlener Fahrräder. Bei vielen Fällen schüttelt die Polizei nur den Kopf – denn oft spielt Leichtsinn eine Rolle.

Wenn draußen die Sonne scheint, wächst bei Andrea Mann der Aktenberg auf dem Schreibtisch. Sie ist bei der Neu-Ulmer Polizei zuständig für Fahrraddiebstähle und hat in diesen Tagen wieder einiges zu tun. 40 gestohlene Räder wurden ihr in den ersten Frühlingswochen des Jahres schon wieder gemeldet. Bei ihren Kollegen auf der Ulmer Seite sind es in diesem Jahr bereits 90. „Sobald das Wetter besser wird, geht es los“, weiß Mann und blättert durch die neuesten Zugänge auf ihrem Schreibtisch.

Bei einigen der gemeldeten Diebstähle kann die Polizeihauptmeisterin nur den Kopf schütteln. Denn viele Fälle hätten ihrer Meinung nach leicht verhindert werden können. Ein Beispiel: Innerhalb von fünf Wochen ist in Unterelchingen kürzlich einem Schüler gleich zweimal das Rad gestohlen worden. Beide Male hatte er sein Gefährt am Bahnhof abgestellt. Als das erste Rad abhanden kam, gab Hauptmeisterin Mann dem Vater des Buben noch einen Rat mit auf den Weg: „Kaufen Sie ihrem Sohn ein gescheites Fahrradschloss“, sagte sie. Wenige Wochen später stand der 40-Jährige erneut bei der Polizei auf der Matte.

Das 300 Euro teure Rad des Jungen war plötzlich weg

Das neue, 300 Euro teure Rad des Jungen war noch nicht einmal richtig eingefahren und schon war es wieder weg. Als der Vater schließlich erneut zu Mann ins Büro kam, wedelte er mit einer Quittung für ein Fahrradschloss. „Er hatte ein Schloss für 15 Euro gekauft – das hätte er sich auch gleich sparen können“, sagt Mann. Denn billige Spiralschlösser würden geübten Dieben gerade mal ein mitleidiges Lächeln entlocken. Das sagt auch Mark Thürheimer, Inhaber des gleichnamigen Fahrradladens in der Blaubeurer Straße in Ulm: „Ein Billigartikel kann nicht halten, was ein hochwertiges Schloss bietet“. Vielmehr gelte auch hier das alte Sprichwort „Gelegenheit macht Diebe“. Als Faustformel empfiehlt der Fachmann etwa zehn Prozent vom Kaufwert des Fahrrads für den Schutz vor Diebstahl zu investieren.

Doch offenbar hapert es bei vielen Fahrradbesitzern noch immer an der Bereitschaft, ihr Gefährt angemessen zu sichern und abzuschließen. „Die Leute kaufen sich immer teurere Räder, sparen dann aber am Schloss“, weiß Mann. Im vergangenen Jahr wurden der Polizei in Neu-Ulm insgesamt 282 gestohlene Räder mit einem Gesamtwert von rund 90.000 Euro gemeldet. Der Großteil von ihnen bleibt dauerhaft verschollen. Nur jedes fünfte taucht laut Polizei wieder auf, nicht einmal jeder zehnte Dieb wird erwischt. „Es ist sehr schwierig, denen auf die Spur zu kommen“, erklärt Mann, denn den „klassischen Fahrraddieb“ gebe es so nicht. Dafür Diebesbanden, die ihre Beute gleich anhängerweise außer Landes schaffen. Und Gelegenheitsdiebe, die sich ein Rad für den Heimweg besorgen. Oder Diebe in Geldnot, die das gestohlene Gefährt sofort wieder im Internet verscherbeln.

Bei der Suche nach gestohlenen Rädern stoßen die Polizeibeamten regelmäßig auf die immer gleichen Probleme: „Wir sind darauf angewiesen, möglichst genaue Informationen über das gestohlene Rad zu bekommen“, erklärt Mann. Doch an mehr als die Farbe und die Marke können sich viele Besitzer nicht erinnern, wenn sie den Diebstahl ihres Rades anzeigen. Dabei würden ein Foto, die Rahmennummer oder eine Rechnung bei der Recherche im Internet oder in den Datenbanken der Polizei oftmals schon weiterhelfen.

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