Newsticker
RKI meldet 16.417 Neuinfektionen und 879 Todesfälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Polizei löst Geburtstags-Party mit rund 170 Gästen bei Wallenhausen auf

Wallenhausen

17.08.2020

Polizei löst Geburtstags-Party mit rund 170 Gästen bei Wallenhausen auf

Die Hände zum Himmel: Viel Party-Spielraum lassen die derzeitigen Corona-Regeln nicht zu.
Bild: Shutter2U, Stock.adobe.com

Plus Auf einer Wiese in der Nähe von Wallenhausen hat die Polizei eine als Geburtstagsfeier geplante Party aufgelöst. Die Feier war "relativ professionell".

Auf einer Wiese in der Nähe von Wallenhausen hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag eine als Geburtstagsfeier geplante Party auflösen müssen. Mehrere Streifen waren im Einsatz. Die drei Veranstalter - einer ist 27, die beiden anderen sind 22 Jahre alt - erwartet nun eine Anzeige.

Die Party fand nach Angaben der Polizei in der Nähe eines Waldgebietes bei Wallenhausen statt. Ein Zeuge habe der Polizei mitgeteilt, dass es dort eine größere Zusammenkunft gebe. Die Ermittler schätzen die Teilnehmerzahl an der Party auf 150 und 180 Personen. Bis zum Eintreffen der Beamten sollen sich wohl ein paar wenige Menschen vom Veranstaltungsort entfernt haben.

Wie viele Beamte im Einsatz waren, will ein Polizeisprecher auf Nachfrage aus taktischen Gründen nicht kommentieren. Von allen Anwesenden sollen aber die Personalien aufgenommen worden sein. Ob es sich bei einem der Veranstalter auch um das Geburtstagskinder gehandelt hat, konnte der Sprecher nicht sagen. Die Party sei "relativ professionell" aufgezogen gewesen: mit Ausschank, Essenstheke und einem DJ-Pult.

Corona-Party bei Wallenhausen: Veranstalter hatten kein Hygienekonzept

Da mehrere Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz vorlagen und die Veranstalter laut Polizei weder eine Genehmigung noch ein Hygienekonzept vorbereitet hatten, wurde die Party durch die Polizei aufgelöst. Zwar sind nach der aktuellen Corona-Verordnung private Feiern unter freiem Himmel mit bis zu 200 Teilnehmern gestattet - allerdings nur, wenn der Veranstalter ein Schutz- und Hygienekonzept ausgearbeitet hat und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorlegen kann. Im Konzept zu berücksichtigen sind demnach Kriterien wie Maskenpflicht oder ein Mindestabstand von 1,5 Meter.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche ist im Landkreis Neu-Ulm kürzlich deutlich gestiegen. Einen entsprechend hohen Wert hat es zuletzt Ende April/Anfang Mai gegeben. Acht neue Corona-Infektionen im Landkreis Neu-Ulm wurden am vergangenen Freitag gemeldet.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnte vor dem Hintergrund steigender Zahlen bei Corona-Neuinfektionen vor Feierlichkeiten als Gefahrenquelle. Es gebe zwar mehr Ansteckungen durch Reiserückkehrer, es gebe im ganzen Land aber auch lokale Ausbrüche, die meist mit Feiern zusammenhingen, sagte Spahn am Sonntagabend dem ZDF. "Das ist das, was wir im Blick haben müssen über das Reisen hinaus", betonte der CDU-Politiker.

"Entweder wir schaffen es, auch aus der Sommerzeit herauskommend die Zahlen unter Kontrolle zu behalten. Oder wir werden eben zuerst den Blick auf die Art von Veranstaltungen richten müssen, bei denen besonderes Infektionsgeschehen auftritt. Das sind die eben die geselligen Veranstaltungen, wo Menschen, meistens auch mit Alkohol verbunden, dann entsprechend zusammenkommen", so Spahn weiter.

Auch in Ulm wurde kürzlich eine Corona-Party von der Polizei beendet

In Ulm hatte es vor zehn Tagen auch am Wochenende eine größere Corona-Party gegeben, die von der Polizei beendet werden musste. Um die 200 Jugendliche waren in der Friedrichsau zum Feiern zusammengekommen. Ulm hatte zeitweise die meisten Neuinfektionen in ganz Baden-Württemberg. Vor diesem Hintergrund warnte Ulms Erster Bürgermeister Martin Bendel vor einem fahrlässigen und leichtsinnigen Umgang mit der Pandemie.

"Es kann jederzeit zu einem raschen Anstieg bei den Infektionen kommen. Um sich selber, aber auch um seine Mitmenschen zu schützen, sollte jeder weiterhin vorsichtig sein und die bekannten Abstands- und Hygieneregeln befolgen", so Bendel in einer Mitteilung der Stadt. Abstand-Hygiene-Alltagsmaske, kurz: AHA, sei die einfachste und effizientese Regel, die jeder beherzigen solle. (mit az/dpa)

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren