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Newsticker
Selenskyj fordert Reform des UN-Sicherheitsrats – Russland übernimmt Vorsitz des Gremiums
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  3. Premiere: Sagt man „Hämlet“ oder „Hamlet“?

Premiere
27.10.2014

Sagt man „Hämlet“ oder „Hamlet“?

Heinz Koch, Holger Menzel und Richard Aigner (von links) als Schauspielerterzett, das sich nichts schenkt im vergnüglichen Theatergenuss „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“

Geistreiche Farce „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ begeistert im Theater Neu-Ulm

Charlie Chaplin tat es, ebenso Martin Wuttke, selbst ein Helge Schneider. Und auch Bruno Ganz war sich nicht zu schade dafür. Sie alle haben Adolf Hitler dargestellt. Bruno Ganz‘ Darstellung entfachte seinerzeit eine Diskussion, teilweise durch ein Interview des Schauspielers angefacht, ob man Hitler überhaupt darstellen könne – und ob es nicht eine große Last sei, das personifizierte Böse zu verkörpern? Wie schlüpft man in die fremde Haut, wie fühlt sich ein – wie wahrt man angesichts der Verbrechen, die dieser Mann zu verantworten hat, die notwendige innere Distanz?

Um all das kreist Theresia Walsers Schauspiel „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“, das jetzt im Neu-Ulmer Theater Premiere hatte. Die fiktiven Großdarsteller Franz Prächtel und Peter Söst treffen auf den Provinzschauspieler Ulli Lerch, der immerhin schon mal Goebbels spielen durfte. Sie warten auf den Interviewer. Während sie warten, lernen sie sich kennen – und geraten aus Eitelkeit, Stolz und überhastetem Ehrgeiz in einen Disput: Wer hat den besseren Hitler gegeben? Wer ist der bessere Darsteller? Und braucht man überhaupt einen Regisseur?

Das klingt zunächst nach einem schweren Stoff. Doch die in Freiburg lebende Dramatikerin Theresia Walser, die das Stück für das Nationaltheater Mannheim schrieb, wo es 2006 uraufgeführt wurde, ist allen Fallstricken des Themas aus dem Weg gegangen. Ihre Komödie über egomanische, idealistische und ruhmsüchtige Schauspieler wurde rasch zum Publikumsmagneten. Denn sie verhandelt Theaterprobleme, die nicht über den Zuschauer hinweg gehen. Der 70-Minuten-Disput in der dynamischen Regie von Ralf Milde entfaltet eine subtile und geistreiche Komik. Genüsslich verwickelt die Autorin ihre drei Theatermimen in verbalen Slapsticks, lässt sie auf vergnügliche Weise um sich selbst kreisen und dabei über ihre Eitelkeiten stolpern. Die Schauspieler bilden Allianzen, schulmeistern oder beleidigen einander – und geben auf diese Weise mehr von sich preis, als ihnen recht sein kann.

Hitler-Darsteller Söst schäumt: „Als ich in der Rolle Hitlers Schokolade aß, da spielte ich die Vernichtung mit jedem Bissen!“ Hier wird nicht allein die Schauspielkunst verhandelt, sondern gleich das ganze Künstlerleben. Die Kunstfreiheit zwischen Wahrhaftigkeitssimulanten und Autonomieclowns wird heiter-sardonisch durchdisputiert.

Theater oder Wirklichkeit?

Walser übt satirische Kritik an einer Theaterform, welche die Interpretation des Regisseurs und den Einsatz multimedialer Mittel über die Schauspielkunst und die Wirkung der Sprache stellt. Man nennt das „Regietheater“. Der Goebbels-Schauspieler Lerch (Holger Menzel) ist ein Anhänger dieser Form des Theaters. Der verkündet seinen beiden älteren Kollegen, es werde bald Hamlet in sieben verschiedenen Variationen geben. Für den erfahrenen Bühnenmimen Prächtel (Heinz Koch), der sinnbildlich für die Einfühlungsschauspieler steht, ein Affront. Er tobt. Ein guter Schauspieler brauche keinen Regisseur: „Man braucht einen Regisseur, damit die Kollegen ihre Rollen nicht überschätzen!“

Kollege Söst (herrlich nonchalant: Richard Aigner) laviert hin und her, ätzt dann: „Der Franz muß in eine Rolle schlüpfen um zu wissen, wer er ist!“ Kollegenterror und Haßliebe. Söst mag und verachtet den Kollegen Prächtel: „Der hat den Hitler so gut gespielt daß er Angst vor sich selber hatte!“

Besagten Prächtel spielt Heinz Koch sichtlich mit Vergnügen; da kann er Salven erinnerungswerter Sätze abfeuern und mit spielfreudiger Lust am Ambivalenten seinen Prächtel als feine Satire auf das Abziehbild eines „großen alten Schauspielers“ anlegen.

„Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ ist ein feiner, kurzweiliger und amüsanter Abend mit Tiefgang. Das begeisterte Publikum spendete großen Premierenapplaus.

bis 30. November. Info: Tel. (0731) 55 34 12

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