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Neu-Ulm

09.02.2020

Pro Neu-Ulm macht sich stark für alternative Energien

Beim Neujahrsempfang von Pro Neu-Ulm: Referent Gerald Matyssek und OB-Kandidatin Antje Esser.
Bild: Ranft

Wasserstoff-Experte Gerald Matyssek und Neu-Ulms OB-Kandidatin Antje Esser von Pro Neu-Ulm sehen Potenzial in der Region.

Gut 50 Plätze hatte das Café Josi im Brückenhaus auf der Insel zum Neujahrsempfang der Bürger Pro Neu-Ulm eingerichtet. Mehr als 100 Gäste drängelten sich dann im begrenzten Raum. Gerald Matyssek, laut OB-Kandidatin Antje Esser „ein versierter Fachmann und Ingenieur aus der Nutzfahrzeugbranche“, referierte knapp eine Stunde lang zum Wasserstoff (H2) und der mit ihm betriebenen Brennstoffzelle (BZ).

Dieses häufigste Element auf dem gesamten Globus stehe in unbegrenzter Menge und schadstofffrei zur Verfügung. Es komme nur drauf an, es preisgünstig mithilfe der Elektrolyse aus dem Wasser zu lösen, sicher und langfristig zu speichern und zu verteilen und schließlich in solchen Fahrzeugen einzusetzen, die sich am ehesten dazu eigneten, nämlich schwere Lastwagen und Schienenfahrzeuge. Die Brennstoffzelle, die langfristig den Verbrennungsmotor ablösen soll, geht nämlich ins Gewicht. In seiner Nutzung sei Wasserstoff absolut ungefährlich, sagte Matyssek, obwohl es in der Mischung mit Sauerstoff als Knallgas leicht entzündbar sei. Dies Problem lasse sich beherrschen.

Neujahrsempfang von Pro Neu-Ulm: Brennstoffzelle ist Thema

Wasserstofftanks seien jedenfalls sicherer als Benzintanks. Matyssek listete auf, dass andere Länder wie Japan, China, Schweden, ja selbst die Schweiz in der H2-Nutzung für Fahrzeuge wesentlich weiter seien als Deutschland. Dabei hätten Audi und auch BMW vor 20 Jahren schon mal mit H2 erfolgreich experimentiert. Weil es die Politik nicht berührt habe, sei das Programm eingeschlafen. Doch nun sei das Land dabei, aufzuwachen.

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MAN arbeite an großen Motoren für schwere Lkw. Soeben erst habe Iveco mitgeteilt, in seiner Ulmer Lkw-Produktion nun voll auf Wasserstoff zu setzen (wir berichteten). Stadtbusse von Mercedes mit dem alternativen Antrieb würden schon seit Jahren in kleinen Mengen hier und dort eingesetzt – mit dem Nachteil, dass ihre Anschaffung etwa doppelt so teuer sei wie Dieselbusse. Faun produziere bereits in kleiner Serie Müllfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb und zwischen Hamburg und Buxtehude verkehre zweimal täglich eine von Brennstoffzellen angetriebene Regionalbahn des Herstellers Alstom seit 2018 im Probebetrieb ohne Probleme. „Deutschland ist noch nicht abgehängt“, versicherte Redner Matyssek. „Wichtig ist aber, wo wir in zwei, drei Jahren stehen.“ Für den ÖPNV riet er zum Batterieantrieb, für schwere Lkw, lange Fahrstrecken und Eisenbahnen aber zum Wasserstoff mit Brennstoffzelle.

Antje Esser ist Kandidatin für den Posten des Neu-Ulmer Oberbürgermeisters

Stadträtin Antje Esser, die nach der Kommunalwahl am 15. März Oberbürgermeisterin in Neu-Ulm werden möchte, sah „die Stadt vor spannenden Jahren mit vielen Projekten und der Chance, im Jahr 2040 CO2-neutral da zu stehen“. Das sei möglich, versicherte sie, wenn an Ort und Stelle alle mit Eigenmitteln, aber auch mit Partnern ihren Beitrag leisteten. Es bedürfe der Anstrengung aller und der Entscheidung, wie weit jeder Einzelne auf lieb gewordene Standards aus der Vergangenheit verzichten wolle. „Wir gemeinsam müssen uns bewegen.“ Das betreffe den grundsätzlichen Umstieg auf den ÖPNV wie auch den konsequenten weiteren Ausbau der Fotovoltaik auf öffentlichen und privaten Gebäuden.

Im Stadtgebiet möchte Esser viele kleine Netzwerke zur Erzeugung und Verteilung von Solarstrom schaffen. „Auf die Regierung zu warten, hilft nicht“, meinte sie, „unsere große Chance sind viele kleine vernetzte Kraftwerke, um die Region mit Energie zu versorgen.“ Geld dafür sei in Neu-Ulm genug vorhanden, auch für einen großflächigen Ausbau der Solartechnik. Man müsse eben nur wollen. So auch die Nuwog, die ihre Mieter am selbst erzeugten Solarstrom beteiligen müsse. Als Weg in die Zukunft deutete Esser die vor zwei Jahren von einem neuen Betreiber übernommene Holzgasanlage der Stadtwerke in Senden und die geplante Vergasungsanlage am Klärwerk Steinhäule.

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