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Kampfkunst

05.12.2017

Professor Jerry bittet zum Kreis

Die brasilianische Kampfkunst Caopeira wird jetzt auch in Holzheim praktiziert, unter anderem bei einem öffentlichen Workshop am Donnerstag.
Bild: Willi Baur

Seit einiger Zeit wird in Holzheim Capoeira praktiziert. Am Donnerstag beginnt ein internationaler Workshop

Bisher tanzte, kämpfte, klatschte und trommelte die Capoeira-Gruppe des TSV Holzheim ziemlich im Verborgenen. Das soll sich ändern. Ein viertägiges internationales Capoeira-Treffen startet am Donnerstag, 7. Dezember, in Holzheim und wird dann in Ulm und Neu-Ulm fortgesetzt. Die sportliche Globalisierung erreicht das Dorf.

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Karin Schorr, die das jüngste Sportangebot der Turnabteilung vor einigen Monaten initiiert hat, sagt: „Natürlich erhoffen wir uns damit etwas mehr Aufmerksamkeit, auch in der Umgebung.“ Im Gymnastik-raum des Umkleidegebäudes wird dienstags regelmäßig trainiert, zunächst Kinder und Jugendliche, danach die Erwachsenen. „Vor allem die Kinder sind schon weit vorangekommen“, hat die promovierte Naturwissenschaftlerin beobachtet. Sie arbeitet bei einem großen Ulmer Pharma-Unternehmen und lebt mit ihrer Familie seit mehr als fünf Jahren in Holzheim.

Kurios allerdings: In ihrem Geburtsland Brasilien hatte Schorr mit der brasilianischen Kampfkunst noch überhaupt nichts am Hut. „Der Kontakt dazu ergab sich eher zufällig“, erinnert sie sich, „bei der Suche nach einem passenden Sport für meinen Sohn, der am Fußball keinen Spaß mehr hatte.“ Zunächst erkundigte sie sich im Internet und dann bei einem Elternabend an der Schule ihres Sohnes. „Seither fasziniert mich diese Mischung aus Tanz, Spiel und Akrobatik, die ein umfassendes Training zur Verbesserung von Koordination, Ausdauer, Flexibilität und Rhythmus bietet“, schwärmt die Wahl-Holzheimerin, die beim TSV zudem in der Rollsportgruppe und bei einem Fitness-Kurs engagiert ist.

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Und nicht ohne Stolz präsentiert sie bei einem Übungsabend die Fortschritte ihrer Jugendgruppe. Die ohne die Verpflichtung eines „importierten“ Meisters so nicht möglich gewesen wären. Rogerio Charles de Sousa heißt er mit bürgerlichem Namen, in der Capoeira-Welt aber kennt man ihn nur als „Professor Jerry“.

Von 1994 an hat er sich im brasilianischen Fortaleza, später in Sao Paulo, mit der ursprünglich von afrikanischen Sklaven praktizierten und weiterentwickelten Sportart beschäftigt. Längere Aufenthalte verbunden jeweils mit Kursen in Singapur und Marseille folgten. Inzwischen lehrt „Professor Jerry“ an der Ulmer Capoeira-Schule „Ginga Mundo“, die auch das Treffen in der Region organisiert.

26 renommierte Vertreter der Kampfkunst haben zugesagt. Mindestens vier Kinder aus Holzheim will der Meister bei dem Workshop in die „Roda“ bitten, wie der traditionelle Kreis im Portugiesischen genannt wird. Zu den Klängen des Berimbaus versteht sich, mit dem der Rhythmus des Spiels vorgegeben wird. Die Auftaktveranstaltung am Donnerstag in Holzheim ist öffentlich und beginnt um 19.30 Uhr im TSV-Umkleidegebäude beim Sportplatz. Der Eintritt ist frei.

Nach dem Auftakt finden Kurse in Ulm und Neu-Ulm statt. Näheres dazu unter www.capoeira-ulm.de.

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