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Neu-Ulm

05.10.2019

Prozess am Amtsgericht: Bewährung für Drogenhändler

Ein 24-Jähriger musste sich kürzlich vor dem Amtsgericht verantworten.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Ein 24-Jähriger soll in Berlin 250 Gramm Marihuana gekauft und in Ulm und Neu-Ulm damit gehandelt haben. Seine Drogen waren in einem Asylbewerberheim versteckt.

Bereits seit Längerem hat die Polizei das Asylbewerberheim neben der Spielothek am Augsburger-Tor-Platz in Neu-Ulm im Visier, das wohl gerne als Umschlagplatz für Drogen genutzt wird: Anfang des Jahres durchkämmten mehr als 200 Beamte die Gemeinschaftsunterkunft im Rahmen einer groß angelegten Razzia – und beschlagnahmten Rauschgift sowie Bargeld im fünfstelligen Bereich, das mutmaßlich aus kriminellen Geschäften stammt. Während die Verdächtigen in dem Fall noch auf ihren Gerichtsprozess warten, erhielten am Freitag zwei junge Männer, deren Taten sich bereits Anfang 2018 ereignet haben, ihr Urteil vor dem Neu-Ulmer Schöffengericht.

Der 24-jährige Hauptangeklagte, der 2015 von Damaskus nach Deutschland geflüchtet war, soll im Januar 2018 mit dem Bus nach Berlin gefahren sein, um dort 250 Gramm Marihuana zu kaufen. Mit dem Rauschgift soll er laut Anklage in Neu-Ulm und Ulm gehandelt haben, unter anderem in der Flüchtlingsunterkunft in der Reuttier Straße. Dort seien die Drogen auch versteckt gewesen – und zwar im Zimmer des 25-jährigen Mitangeklagten, der aus Bagdad stammt.

Beide Angeklagte zeigen sich geständig – und erhalten Bewährungsstrafen

Die Angeklagten räumten die Vorwürfe über ihre Verteidiger größtenteils ein – mit Einschränkungen. So habe der 24-Jährige zwar 250 Gramm kaufen wollen, am Ende waren es jedoch nur 15 Gramm, weil auf einmal ein Großteil des Geldes fehlte. Der 25-Jährige ließ zudem mitteilen, dass er nur der „Bunkerhalter“ war, mit dem Handel nichts zu tun hatte. Dies hatte zuvor auch der 24-Jährige gesagt.

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Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Thomas Mayer verurteilte den 24-Jährigen am Ende wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten sowie einer Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro. Der 25-Jährigen erhielt wegen Drogenbesitzes eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und muss 1500 Euro zahlen. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt, denn die Angeklagten hätten eine positive Sozialprognose, gingen einer geregelten Arbeit nach, so Mayer. „Bestürzend ist es nur, dass Leute nach Deutschland kommen und hier Schutz und Hilfe erhalten und sich dann nicht an die Gesetze halten“, betonte er und fügt hinzu: „Ich würde in diesem Fall auf Samtpfötchen durch die Gesellschaft marschieren.“

Das Verfahren gegen einen dritten Angeklagte, der den 24-Jährigen bei seiner Drogen-Einkaufsfahrt nach Berlin begleitet und zumindest dahingehend die Rauschgiftgeschäfte unterstützt haben soll, wurde abgetrennt. Fortsetzung ist am Mittwoch, 9. Oktober, um 9 Uhr. (aat)

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