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Weißenhorn

10.07.2017

Pusten bis ein Ton raus kommt

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2 Bilder
Dass man viel Luft für einen einzigen Ton braucht, lernte auch die siebenjährige Albanita Gashi beim Tag der offenen Tür der Musikschule Weißenhorn.
Bild: Annika Gonnermann

Klavier, Geige oder Posaune – beim Schnuppertag der Musikschule Weißenhorn können Kinder nach Herzenslust Instrumente ausprobieren – zwei sind besonders beliebt.

Einmal tief Luft holen, ansetzen und dann mit aller Kraft pusten: Der Laut, den die siebenjährige Albanita Gashi aus der Posaune herausbekommt, dröhnt durch das ganze Zimmer. Mit der Feinjustierung stimmt es noch nicht ganz, aber darauf kommt es beim Tag der offenen Tür in der Weißenhorner Musikschule nicht an. Ausprobieren heißt die Devise für rund 40 Kinder, die an diesem Tag mit ihren Eltern den Weg in die Probenräume gefunden haben.

Wie eben Albanita, die zusammen mit Schwester Albina und Mama Gane Gashi bereits Klavier, Flöte und Trommel ausprobiert hat. Mit einem zufriedenen Lächeln setzt Albanita die Posaune wieder ab. „Jetzt die Trompete“, ruft sie und will gleich das nächste Instrumente testen. Ein Zimmer weiter konzentriert sich die sechsjährige Lavinia Beekwilder in der Zwischenzeit auf ihr Cello. Zusammen mit ihrem Lehrer übt sie die korrekte Handbewegung beim Streichen – alles unter der Aufsicht von Mutter Sabine, die selbst Hobby-Musikerin ist. Beekwilder findet den Tag der offenen Tür toll, um die verschiedenen Musikinstrumente unverbindlich auszuprobieren. „Das ist eigentlich die einzige Möglichkeit, die die Kinder haben“, sagt sie. „Hier können sie einmal ganz ungezwungen testen, wie sich so ein Musikinstrument anfühlt, und ob sie es wirklich spielen wollen.“ Für Beekwilder ist es wichtig, dass die Kinder diese Gelegenheit bekommen. „Sonst ist es sehr schwierig, sich zu entscheiden.“

Das zwanglose Ausprobieren und Kennenlernen der Musikinstrumente ist auch die Grundidee der jährlich stattfindenden Veranstaltung der Musikschule. Leiter Sepp Meixner freut sich, dass das Konzept aufgeht: „Es ist schön, wenn Interessierte vorbeikommen, den Unterricht besuchen oder Schnupperstunden buchen, um ein Instrument kennen zu lernen.“ Ein Großteil der Musikschüler schreibt sich tatsächlich nach dem Besuch der Tag der offenen Tür für die Musikausbildung ein – und bleibt jahrelang. Momentan üben rund 800 Schüler in Weißenhorn und der Pfaffenhofener Zweigstelle ein Musikinstrument. „Das sind überdurchschnittlich viele Schüler wenn man die Einwohnerzahlen in Betracht zieht“, erklärt Meixner. Mit jeweils rund 100 Schülern sind momentan Gitarre und Klavier die beliebtesten Instrumente. „Bei den Holz- und Blechbläsern könnten wir noch ein paar Schüler gebrauchen, um die Ensembles zu bestücken.“ Grundsätzlich stehe die Musikschule aber hervorragend da. Bis auf das Fagott und spezielle Volksmusikinstrumente könne die Schule mit ihren 21 Lehrkräften jeden Schülerwunsch zufriedenstellen.

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Trotz der vielen Schüler muss die Einrichtung von den Gemeinden bezuschusst werden. Aber: „Es gibt keine Musikschule, die kein Defizit hat“, so Meixner. Ohne die Zuschüsse wäre der Betrieb also nicht aufrechtzuerhalten.

Dabei profitieren die Jungen und Mädchen ein Leben lang von der Ausbildung in der Musikschule. „Studien zeigen ganz klar, dass Musik den Intellekt fördert und, dass diese Ausbildung dazu beiträgt, dass Kinder Informationen besser verarbeiten können.“

Dieser Aspekt steht bei Lavinia oder Albanita aber erst einmal nicht im Vordergrund. Erst einmal, geht es bei ihnen nur um die Freude an der Musik.

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