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Bürgerversammlung

06.12.2018

Radweg bleibt ein Streitpunkt

Lücken auf dem Friedhof stören die Bürger.
Bild: Andreas Brücken

Pfaffenhofens Rathauschef Josef Walz muss sich Beschimpfungen im Wirtshaus in Balmertshofen anhören

Böse Worte musste sich Bürgermeister Josef Walz jüngst auf der Bürgerversammlung von Biberberg und Balmertshofen anhören. Als „Lügner und Denunziant“ wurde der Chef der Marktgemeinde von einem Besucher der Veranstaltung bezeichnet. Grund dafür ist ein langjähriger Streit um ein Grundstück, das für den geplanten Radweg von Balmertshofen nach Biberberg benötigt wird und von dem betreffenden Bürger nicht verkauft werden will.

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Stein des Anstoßes ist die Markierung der Ortsdurchfahrt, die neu festgelegt werden musste, nachdem der ursprüngliche Verlauf nicht mehr zu erkennen war. Nach der neuen Festlegung hätte der Anwohner die Pflege und Räumung des Radweges auf der Länge von rund 100 Metern in Zukunft zu leisten, wie er sagt. Das sei auch der Grund, warum er kein Land für den Radweg abtrete. Bürgermeister Walz sei für diese Entscheidung verantwortlich, erklärte der Besucher weiter und schlug mit der Faust auf den Tisch: „Herr Walz, wenn Sie nicht Bürgermeister in Pfaffenhofen wären, könnte der Radweg schon lange fertig sein.“

Doch ließ sich Walz von den Angriffen nicht provozieren und versuchte zu erklären, dass weder er noch die Marktgemeinde die Kompetenz hätten, den Markierungsstein festzusetzen. Dafür sei das Staatliche Bauamt in Krumbach zuständig, erklärte Walz weiter. Von dort sei der Vorschlag gekommen, die Ortsdurchfahrt in diesem Verlauf zu markieren, wie es aktuell der Fall ist. Auch der Gemeinderat habe dem so zugestimmt, sagte Walz weiter und versprach, alle Beteiligten noch im kommenden Januar an einen Tisch zu bitten, um das Problem aus der Welt zu schaffen.

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Derweil drängt die Zeit, weil die betreffende Straße zwischen Biberberg und Balmertshofen auf der Sanierungsliste des Landkreises steht, der die Kosten dafür übernehmen wird. „Wenn wir mit diesen Baumaßnahmen gleichzeitig den Radweg erstellen können, würde unsere Gemeinde viel Geld sparen“, sagte Walz. Auch zwischen Beuren und Balmertshofen soll ein Radweg gebaut werden.

Auf einen weiteren wunden Punkt in Balmertshofen wies ein Besucher mit der Situation rund um die St.-Michael-Kapelle hin. Wo einst der schönste Friedhof des Landkreises gewesen sei, sehe es jetzt wie auf einer Baustelle aus. Offene Grabstellen werfen Lücken auf, die verwahrlost aussehen, so der Bürger. Bürgermeister Walz zeigte Verständnis für den Ärger, musste aber einräumen, dass dieses Problem auf allen Friedhöfen zu sehen ist. Zudem sei dies auf eine Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zurückzuführen: „Die Hinterbliebenen wollen oder können sich nicht dauerhaft um die Pflege der Gräber kümmern und lassen diese oft schon nach der vorgeschriebenen Laufzeit auflösen.“ Die steigende Anzahl an Urnengräbern sei ein Beleg dafür, so der Bürgermeister weiter.

Abhilfe konnte der Rathauschef jedoch für die lückenhafte Buchenhecke versprechen. Hier haben Wildtiere in der Vergangenheit die Bepflanzung der Gräber gefressen, war zu hören. Ein Zaun soll das in Zukunft verhindern.

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