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14.01.2019

Raphael Bögge ist ab sofort nicht mehr in der CSU

Raphael Bögge möchte als eigenständiger Kandidat antreten.
Bild: A. Brücken

Der Sendener Bürgermeister spricht von breitem Rückhalt für seine Ambitionen. Was der nun parteilose Amtsinhaber tun muss, um kandidieren zu können.

Raphael Bögge ist ab sofort kein CSU-Mitglied mehr. Diesen Schritt hat er auf dem Neujahrsempfang der Stadt Senden angekündigt, nachdem er verkündet hatte, erneut als Bürgermeister kandidieren zu wollen. Am selben Abend hat er dann auch einen Antrag auf Austritt eingereicht, bestätigt Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Thorsten Freudenberger.

Für Freudenberger kam die Entscheidung Bögges, aus der CSU auszutreten, nicht überraschend. „Es war eine logische Konsequenz aus der Entwicklung vor Ort in den vergangenen Jahren“, sagt Freudenberger im Gespräch mit unserer Redaktion. Wie berichtet, ist Bögge nach einem Zerwürfnis mit dem Ortsverband kein Teil der Sendener CSU mehr gewesen, jedoch Mitglied in der Kreis-CSU. Diese Konstellation hätte zu Schwierigkeiten innerhalb der Partei führen können. Wenn ein CSU-Mitglied gegen jemanden antritt, der offiziell von einem CSU-Ortsverband nominiert wurde, könne das im Extremfall zu einem Parteiausschluss führen, so Freudenberger.

Um ihn zu unterstützen, müssen 190 Bürger unterschreiben

Der Neu-Ulmer Landrat begrüßt es deswegen, dass durch Bögges Austritt Klarheit herrscht. „Jetzt weiß jeder, woran er ist und es kommt nicht zu innerparteilichen Streitereien oder Hängepartien.“

Bögge wird also wie angekündigt als parteiloser Kandidat bei der Kommunalwahl 2020 antreten. Stefan Hatzelmann, Fachbereichsleiter Kommunalrecht und Wahlen am Landratsamt, erklärt, was der amtierende Rathauschef dabei beachten muss. Zunächst braucht der 39-Jährige Unterstützer, die ihn bei einer Aufstellungsversammlung für das Bürgermeisteramt nominieren. Nachdem er von diesen als Kandidat aufgestellt wurde, kommen die Sendener Bürger ins Spiel: Bögge benötigt insgesamt 190 Unterschriften zur Unterstützung seiner Kandidatur. Die Zahl richtet sich nach den Einwohnern einer Stadt. Diese darf er jedoch nicht einfach so sammeln, die Sendener müssen ins Rathaus kommen, sich dort ausweisen und ihre Unterschrift abgeben.

Der Rathauschef spricht von einem "großen, breiten Rückhalt"

Bögge selbst meinte gestern bei einem kurzfristig anberaumten Pressetermin, er habe bereits 160 positive Rückmeldungen bekommen. Generell erfahre er einen „großen, breiten Rückhalt“, sagte er, und mache „jetzt nicht 14 Monate Wahlkampf“. Nachdem er beim Neujahrsempfang seine Kandidatur verkündet hatte, seien mindestens drei Fraktionsvertreter zu ihm gekommen mit den Worten „gut, dass du antrittst“, sagte er bei dem Pressetermin.

Bei der Kommunalwahl möchte Bögge als eigenständiger Kandidat für das Bürgermeisteramt antreten. Möglich wäre es auch, zusätzlich eine eigene Liste zu gründen, auf der bis zu 30 Personen stehen, die sich in den Stadtrat wählen lassen möchten. Dem erteilte Bögge jedoch eine Absage: „Ich werde keine Liste gründen und ich werde mich auch nicht von einer anderen Liste nominieren lassen.“

Die Bürger werden in dieser Hinsicht wenig Unterschied merken. Bei der Wahl wird es zwei Stimmzettel geben: einen mit allen Bewerbern für das Bürgermeisteramt und einen mit allen Kandidaten für das Amt eines Stadtrates.

Mehr zu dem Thema lesen Sie hier: Raphael Bögge will noch mal Bürgermeister werden

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