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Senden

15.10.2017

Rasante Ritter und dekorative Stände

Die „Ritter mit der schwarzen Lanze“ wurden bei ihren Turnieren von vielen Zuschauern bejubelt. Insgesamt sind am Wochenende viele Besucher auf die beiden Märkte und in die Geschäfte gekommen.
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Die „Ritter mit der schwarzen Lanze“ wurden bei ihren Turnieren von vielen Zuschauern bejubelt. Insgesamt sind am Wochenende viele Besucher auf die beiden Märkte und in die Geschäfte gekommen.
Bild: Angela Häusler

In Senden war am Wochenende viel geboten. Tausende Besucher schlenderten über den Krämer- und den Mittelaltermarkt oder kauften am Sonntag in den Geschäften ein.

Bei strahlendem Sonnenschein lockten am Wochenende zwei Märkte Tausende von Besuchern nach Senden: Der Mittelaltermarkt auf dem Festplatz und der Krämermarkt in der City, der die Hauptstraße in eine Fußgängerzone verwandelte. Zudem öffneten am Sonntag viele Geschäfte ihre Türen für Kaufwillige – die dieses Angebot ausgiebig nutzten.

Schon am Samstag herrschte gute Stimmung bei den Marktbeschickern in der Innenstadt. „Ich bin zufrieden“, sagte etwa Reinhold Reger, Inhaber eines Süßigkeitenstands und einer, der auf dem Krämermarkt schon fast zum Inventar gehört: Von Beginn an, also seit über 40 Jahren, ist er mit dabei. „Ich bin Mitbegründer des Markts und auch des Sendener Gewerbeverbands“, berichtete er, während er unablässig Zuckerwatte drehte und an Jungen und Mädchen ausgab.

Kinder hüpfen auf dem Trampolin und fahren Karussell

Viel zu tun hatten auch manch andere Standbesitzer, die am Samstag und Sonntag ihre Waren feilboten. Das galt beispielsweise für das Team um Tommi Netscher, der heuer zum ersten Mal in Senden weilte. Mit einer ganz besonderen Attraktion, die viele Kinder anzog: Ein Bungee-Trampolin, dass die Teilnehmer in luftige Höhen bugsierte. Und auch am Kinderkarussell herrschte reger Andrang.

Das Sortiment des Krämermarkts war breit gefächert, es reichte von warmen Handschuhen und Schals über Obst, Schmuck und Lederwaren bis zu Spielzeug, Dekorationen und Haushaltsgeräten.

Große Auswahl hatten auch die Besucher auf dem Mittelaltermarkt, den der Verein „Freunde des Mittelalters“ erneut in Kooperation mit dem Sendener Gewerbeverband IHGV durchführte. Wie gewohnt lockten dort sowohl Waren von Likören bis zu Holzschwertern und Zinnfiguren als auch ein reichhaltiges Rahmenprogramm: Ein Publikumsmagnet sind dabei stets die Ritterturniere, diesmal durchgeführt von den „Rittern mit der schwarzen Lanze“, die mit rasanten und feurigen Kunststücken zu Pferd samt Rüstungen beeindruckten.

Sowohl einige Besucher als auch die Händler kamen auf diesen Markt als passend gewandete Mittelalter-Fans. Dass der Festplatz, nicht gerade malerisch, in einem Gewerbegebiet zwischen Verkehrsadern und schnöden Funktionsbauten liegt, stört die Besucher aber ebenso wenig, wie es einen mittelalterlichen Wallfahrer auf dem Weg nach Rom beschäftigte: Frater Johannes, als Bettelmönch und auf bloßen Füßen unterwegs, gefiel der Sendener Markt nämlich sehr gut. „Guck dich mal um, die Leute sind alle entspannt. Das ist nicht überall so“, sagte er und hatte außerdem Weisheiten zu verkünden: „Es gibt keine Gnade, die mit Münzen zahlbar ist.“

Schönes Wetter und gemütliche Besucher

Die lockere Stimmung genossen auch vier Freunde, die sich in passende Gewänder gehüllt und auch standesgemäße Adelstitel vorzuweisen hatten: „Gräfin Isabella von Blankenfels“ zum Beispiel, „Graf Mangold III. von Rohrdorf zu Meßkirch“ oder „Graf August von Heydrych“. Bei Live-Musik, Theatervorstellungen oder Gaukelei konnten sie sich bis in die Abendstunden die Zeit vertreiben.

Manch ein Marktbeschicker hatte einen weiten Weg nach Senden zurückgelegt. „Wir sind aus Prag“, erzählte etwa Pavlina Strnadova, die mit ihrem Ehemann selbst hergestellte Ketten verkaufte: Die farbenfrohen Anhänger hat sie aus gepressten Blumen und Kunstharz angefertigt. Nur wenige Meter entfernt klärte Steinmetz Christopher Eger sein Publikum über die alte Handwerkskunst auf. Solche Präsentationen gehören auf dem Markt fest zum Programm, schließlich gibt es etwa Korbflechter, Schmiede oder Kerzenmacher nicht überall zu beobachten. Ebenfalls aus Ungarn war Doris Taylor angereist, die Ocarinas verkaufte, kleine, kugelförmige Flöten, die nicht nur in Lateinamerika, sondern auch in Ungarn eine lange Tradition haben.

Am Sonntag war zusätzlich zu den Märkten auf den Straßen im Sendener Norden viel los. Die meisten Läden haben dort um 13 Uhr ihre Türen geöffnet, was die kaufwilligen Besucher aus Senden und der Umgebung intensiv nutzten. Die Kreuzungen und Parkplätze waren voll. Auch in der Innenstadt öffneten viele Geschäfte für die Käufer, die bei ihren Rundgängen durch Geschäfte und über Märkte goldenes Herbstwetter hatten.

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