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11.06.2009

Ratiopharm jetzt wieder flüssig

Ulm (dpa/heo) - Die Gläubiger der Industriellen-Familie Merckle gewähren der Unternehmensgruppe einen weiteren Kredit. Die letzte der 61 Banken hat ihre Unterschrift unter den Restrukturierungsvertrag gesetzt. Dies teilte gestern die Merckle- Vermögensholding VEM mit.

Eigentümer, Banken und Unternehmen hätten gemeinsam eine "tragfähige Finanzierungsstruktur" für die Dauer der Neuordnung der Merckle-Gruppe vereinbart. Die bisherige Übergangsfinanzierung sei planmäßig durch eine längerfristige Finanzierung bis 2011 abgelöst worden, hieß es in einer Mitteilung. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei das positive Prüfungsergebnis der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG für Phoenix gewesen. Phoenix ist nach eigenen Angaben einer der führenden Pharmahändler in Europa.

Die Banken haben der Deutschen Presse Agentur (dpa) zufolge der Merckle-Gruppe Sanierungskredite in Höhe von 430 Millionen Euro bewilligt. Im Gegenzug habe sich Familienerbe Ludwig Merckle verpflichtet, den Generikahersteller Ratiopharm, Beteiligungen an dem Baustoffkonzern Heidelberger Zement sowie nötigenfalls auch den Pharmagroßhändler Phoenix zu verkaufen. Mit den Erlösen sollen Schulden in Höhe von 8,356 Milliarden Euro getilgt werden.

"Für mich stand es außer Frage, dass die Banken auch den längerfristigen Kredit gewähren", so der von der Familie Merckle und der VEM eingesetzte Chief Restructuring Officer (CRO) und Geschäftsführer der VEM Hans-Joachim Ziems. Ratiopharm sei ein gesundes Unternehmen, das mit verschieden Maßnahmen die Basis für die Zukunft gelegt hat. Dies habe auch das von der Gesellschaft in Auftrag gegebene Gutachten der KPMG bestätigt.

Ratiopharm jetzt wieder flüssig

Auf der Grundlage der jetzt erreichten Vereinbarungen könne in den nächsten Monaten der geregelte Verkaufsprozess von Ratiopharm vorangetrieben werden.

Damit verbundene Maßnahmen wie die Erstellung eines Datenraums oder eines Verkaufsprospekts laufen laut Pressemitteilung planmäßig.

Inzwischen haben laut VEM zwei Investmentbanken (Commerzbank und der Royal Bank of Scottland) das Mandat für den Verkauf von Ratiopharm erhalten. Es gebe bereits eine Reihe von Kaufinteressenten, allerdings sollen die ersten konkreten Gespräche erst nach der Sommerpause beginnen.

Die Merckle-Gruppe war Ende 2008 auch durch die Folgen der Finanzkrise in eine Schieflage geraten. Firmenmogul Adolf Merckle hatte sich im Januar das Leben genommen, kurz vor seinem Tod aber noch den Kompromiss mit den Banken für die Rettung seiner Unternehmen in die Wege geleitet.

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