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Neu-Ulm

16.11.2018

Razzia in Shisha-Bar: Betrug im Bordell war Auslöser

Verdacht auf Betrug im Bordell als Auslöser: Diese Harley beschlagnahmte die Polizei am Mittwoch.

Hinter der beschlagnahmten Harley in der Frauenstraße steckt mutmaßliche Abzocke per Kreditkarte.

Nachdem die Polizei wie berichtet am vergangenen Mittwoch mit einem Sondereinsatzkommando eine Shisha-Bar in der Frauenstraße abriegelte und ein Motorrad der Marke Harley Davidson beschlagnahmte, wird jetzt der Zusammenhang klar: Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte auf Nachfrage, dass eine Razzia im Rotlichtmilieu damit im Zusammenhang steht.

Seit Ende 2015 werde gegen die 23-,-26- und 32-jährigen tatverdächtigen Männer ermittelt. Die Mitglieder einer rockerähnlichen Gruppierung stehen im Verdacht, seit Anfang 2015 mehr als 30 Gäste eines Bordells in der Blaubeurer Straße betrogen zu haben. Sie sollen bei Zahlungen mit Kredit- und EC-Karten entweder einen höheren Geldbetrag vom Konto ihrer Besucher abgebucht oder mehrere Abbuchungen hintereinander getätigt haben.

Insgesamt sollen die Männer so laut einer gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei fast 62000 Euro erbeutet haben. Bei den Durchsuchungen erhielten die Ulmer Polizisten auch Unterstützung von Spezialkräften des Polizeipräsidiums Einsatz und von den Neu-Ulmer Kollegen. Die Beamten beschlagnahmten bereits im April diverse Gegenstände. Welche Gegenstände sie beschlagnahmten und wo sich in Ulm und Neu-Ulm die durchsuchten Häuser befanden, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten. „Die Tatverdächtigen sind auf freiem Fuß“, sagte eine Sprecherin damals.

Männer waren in Rocker-Krieg verwickelt

Nun setzten die Beamten diese Aktion öffentlichkeitswirksam mit der Beschlagnahme einer orangefarbenen Harley fort. Vorsorglich seien Sachwerte nach dem „Vermögensabschöpfungsrecht“ einkassiert worden, damit diese bis zum Abschluss der Ermittlungen nicht in dunklen Kanälen versickern. Sollte es einen Freispruch geben, bekomme der Besitzer der Harley seine Maschine und die anderen Wertgegenstände wieder zurück.

Mehrere maskierte Beamte in schusssicheren Westen riegelten nun am Mittwoch wie berichtet die Shisha-Bar ab. Die Bar wird von einem Brüderpaar geführt, das vor Gericht immer wieder in Erscheinung tritt und zu einer rockerähnlichen Gruppierung gehört. Auch ist bekannt, dass die Betreiber der Bar in der Blaubeurer Straße ein Bordell führen und immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Derzeit stehen sie noch wegen einer anderen Sache vor Gericht: Seit kurzem läuft ein Verfahren am Ulmer Landgericht, in dem es um Gewalt zwischen zwei verfeindeten Gruppen in der Stadt geht und die Betreiber der Bar als Angeklagte involviert sind. Im Mai 20015 sollen Mitglieder der Bande „Rock Machine“ auf zwei Männer losgegangen sein, die zu „United Tribuns“ gehören. Ein Mitglied der „United Tribuns“ war an einem Donnerstagmittag im April 2016 bei einer Schießerei mit den „Black Jackets“ in Heidenheim tödlich verletzt worden.

Auslöser des Angriffs, um den es nun im Prozess am Landgericht geht, waren laut Anklage Provokationen der beiden Opfer: Die Männer sollen vor einem Bordell in der Blaubeurer Straße in Ulm mit martialischen Gebärden aufgetreten sein und sich dabei selbst gefilmt haben. Das Bordell wird von jenen Brüdern betrieben, die zu „Rock Machine“ gehören. Als Reaktion auf die Provokation sollen diese Brüder wenig später gemeinsam mit Mitgliedern ihrer Bande ins Donautal gefahren sein, wo die beiden Männer der „United Tribuns“ in einem Auto unterwegs waren. Die Mitglieder von „Rock Machine“ um das Brüderpaar verprügelten die „United Tribuns“. Nun sind die Angreifer wegen gemeinschaftlich begangener Körperverletzung angeklagt. Und ein Betrugsverfahren kommt in nächster Zeit wohl hinzu. (heo)

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