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Ulm

26.07.2013

Regio-S-Bahn wackelt weiter

Der Ulmer Hauptbahnhof wird umgebaut. Die Auswirkungen davon wurden gestern im großen Sitzungssaal des Ulmer Rathauses diskutiert. Damit endete die offizielle Anhörung.
Bild: Alexander Kaya

Verkehr Vorwurf: Bahn halte sich nicht an die Zusage, dass der Bahnhof leistungsfähiger werde

Landkreis/Ulm Ob der Ulmer Hauptbahnhof nach dem Umbau den vehement geforderten fünften Bahnsteig bekommt, bleibt auch nach dem Ende der offiziellen Anhörung offen. Gestern tagten im Ulmer Rathaus sieben Stunden lang Vertreter von Bahn, Stadt Ulm, Regierungspräsidium, Industrie- und Handelskammer (IHK) und Nahverkehrsverbänden. „Jetzt kassiert die Bahn das nächste Versprechen ein“, kommentierte der Ulmer Stadtrat Michael Joukov. So hätte Banhchef Rüdiger Grube einst versprochen, dass der Ulmer Hauptbahnhof leistungsfähiger werde. Davon wolle die Bahn heute nichts mehr wissen.

„Es bleiben viele Dinge ungeklärt“, gibt sich auch Markus Riethe, Direktor des Regionalverbands Donau-Iller, skeptisch. Und auch Peter Stöferle, Verkehrsexperte der IHK Schwaben, spricht von „erheblichen offenen Fragen“.

Die Relevanz für die Region ist hoch: Insgesamt sind vier Regionalbahnlinien aus Bayerisch-Schwaben (aus Augsburg, Ingolstadt, Kempten und künftig Weißenhorn) unmittelbar oder mittelbar von den Planungen des Ulmer Hauptbahnhofs betroffen.

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Der „Nachweis der Fahrbarkeit“ wird angezweifelt

In erster Linie geht es darum, dass nach Meinung von Teilnehmern der Anhörung die Bahn nach wie vor nicht den „Nachweis der Fahrbarkeit“ eines Regio-S-Bahn-Taktes ohne ein fünftes Gleis erbracht habe. Strittig ist, ob die Bahn einen Stresstest – ähnlich wie beim umstrittenen Tiefbahnhof „Stuttgart 21“ – machen muss. Die Bahn zweifelt an, dass in einem Verfahren, dass sich um den Ausbau der Neubaustrecke Wendlingen Ulm dreht, die Funktionstüchtigkeit einer Regio S-Bahn simuliert werden müsse.

Heftig gestritten wurde gestern auch über die Frage, ob die Bahn bei ihren „Bewertungen von Betriebsqulität“ mit den korrekten Zugzahlen operierte.

Hinter vorgehaltener Hand lautet der Vorwurf der Bahn, dass hier versucht werde, die Beseitigung von vorhandenen Defiziten des Ulmer Bahnhofs auf die Rechnung der Neubaustrecke zu verschieben. Die Zusage, den neuen Ulmer Bahnhof so zu planen, dass nachträglich ein fünfter Bahnsteig gebaut werden kann, gab die Bahn schon vor der gestrigen Sitzung. Nun wurden erstmals Zahlen genannt: Rund 25 Millionen Euro würde so ein Bauwerk kosten. Wie bei der stundenlangen Sitzung bekannt wurde, plant die Bahn den Umbau des Ulmer Bahnhofs in etwa vier Jahren zu beginnen. Laut einer Prognose rechnet die Bahn 2025 nur noch mit 96 Güterzügen, die in Ulm ein- und ausfahren. Das ist zwar eine Verdoppelung gegenüber dem Status Quo, doch weit weniger als die 170, die die Bahn in einer früheren Prognose erwähnte. Dadurch wurden auch die kalkulierten Ausgaben für Lärmschutz nach unten korrigiert. Bis zu einem Jahr kann es nun dauern, bis das Eisenbahnbundesamt zu einer Entscheidung kommt.

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