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Regio-S-Bahn

28.11.2012

Region Ulm: S-Bahn kostet 74 Millionen Euro

Laut dem jetzt vorgelegten Konzept für eine Regio-S-Bahn soll das Angebot auf der Schiene um 20 Prozent gesteigert werden. Die erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur werden auf 74 Millionen Euro beziffert.
Bild: Alexander Kaya

Die geplante Regio-S-Bahn Donau-Iller soll das Angebot auf der Schiene um 20 Prozent steigern. Das „Bähnle“ nach Weißenhorn macht den Anfang. Was sonst noch kommen könnte.

Mit der geplanten Regio-S-Bahn Donau-Iller soll das Angebot auf der Schiene in den nächsten Jahren um 20 Prozent gesteigert werden. Die Fahrgastzahlen sollen durch ein verdichtetes Angebot, zusätzliche Halte und den Einsatz moderner Fahrzeuge sogar um 33 Prozent steigen.

74 Millionen Euro für Investitionen in die Infrastruktur

Die dafür erforderlichen zusätzlichen Investitionen in die Infrastruktur belaufen sich auf etwa 74 Millionen Euro. Das sind Ergebnisse der Hauptstudie zur Regio-S-Bahn, die die Büros SMA und Partner aus Zürich und Intraplan aus München gestern in der Verbandsversammlung des Regionalverbands in Laupheim vorstellten.

Nach einer Diskussion des Konzepts in den kommunalen Gremien soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres zunächst eine gemeinsame Grundsatzerklärung aller für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständigen Aufgabenträger verabschiedet werden. Danach sollen die Planungen für die in einer Zwischenstufe „2017+“ vorgesehenen Maßnahmen beginnen.

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Als erster konkreter Schritt („Vorstufe 2013“) ins S-Bahn-Netz der Region ist die Wiederaufnahme des Personennahverkehrs zwischen Weißenhorn, Senden und Ulm mit neuen Haltepunkten in Weißenhorn, Witzighausen und Wullenstetten vorgesehen. Das „Bähnle“ soll bereits Ende nächsten Jahres wieder von und nach Weißenhorn rollen.

Weitere geplante Maßnahmen auf den einzelnen Bahnstrecken:

Illertalbahn Ulm-Memmingen: Auf dem Illertal-Korridor ist ein zweigleisiger Ausbau zwischen Neu-Ulm Finninger Straße und Senden enthalten, der die Kapazität auf diesem stark befahrenen Abschnitt erhöht. Das Konzept sieht auf diesem Abschnitt in den Hauptverkehrszeiten stündlich bis zu vier Regio-S-Bahn-Zugpaare vor. Die S-Bahn bedient halbstündlich Weißenhorn (S5) und zusammen mit dem Eilzugangebot etwa alle 20 Minuten Illertissen. Auch ein barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Senden ist Teil des Zielkonzepts.

Brenzbahn Ulm-Aalen: Um den Takt zu verdichten, sollen die Abschnitte zwischen Langenau und Rammingen sowie zwischen Sontheim-Brenz und Bergenweiler zweigleisig ausgebaut werden.

Donaubahn Ulm-Sigmaringen: Eine schnelle stündliche S-Bahn-Linie (S8) verkehrt zwischen Ulm und Blaubeuren ohne Halt und in etwa 30 Minuten versetzt zum überregionalen Eilzugverkehr, sodass zwischen Ulm und Ehingen ein schneller 30-Minuten-Takt entsteht. Die S8 soll über Ehingen hinaus bis Obermarchtal geführt werden. Zwischen Blaubeuren und Ulm ist eine weitere S-Bahn-Linie (S5) geplant. Sie ist nach Weißenhorn durchgebunden.

Mittelschwabenbahn Günzburg-Krumbach-Mindelheim: Auf der Mittelschwabenbahn zwischen Günzburg und Krumbach beinhaltet das Regio-S-Bahn-Konzept über die S4 einen ganztägigen Stundentakt, der in den Hauptverkehrszeiten bis Mindelheim ausgeweitet wird.

Südbahn Ulm-Biberach-Friedrichshafen: Zwischen Ulm und Friedrichshafen sieht das Konzept zwei stündliche Linien vor. Eine Linie (S1) verläuft von Ulm nach Laupheim Stadt und wird in der Hauptverkehrszeit über die neu errichtete Südkurve bis nach Biberach und Ummendorf verlängert. Die zweite Linie (S7) wird ab Laupheim West auf direktem Weg nach Biberach und Ummendorf geführt.

Laut Regionalverband ist das Zielkonzept abhängig von weiteren Projekten, beispielsweise der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm oder der Elektrifizierung der Südbahn. Es könne deshalb nicht auf einen Schlag, sondern nur schrittweise umgesetzt werden. Unabhängig davon sollen mit der Ausbaustufe „2017+“ und den dort vorgesehenen Maßnahmen wichtige Verbesserungen in den nächsten Jahren erreicht werden.

Umbau der Bahnhöfe noch nicht enthalten

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Regio-S-Bahn soll die Kosten um den 1,7-fachen Wert übersteigen. In dieser Rechnung sind beispielsweise die Vermeidung von Umweltschäden und Unfallfolgen durch Verlagerungen von Fahrten mit dem Auto auf den ÖPNV oder Reisezeitgewinne enthalten. Die von SMA und Intraplan veranschlagten Investitionen in Höhe von 74 Millionen Euro sind allerdings zusätzlich zu den bereits vorgesehenen Infrastrukturmaßnahmen der Länder Baden-Württemberg und Bayern – etwa die Reaktivierung des „Bähnles“ oder der Umbau der Bahnhöfe Senden und Blaubeuren – eingeplant.

Bei einem angenommenen Risikozuschlag von 50 Prozent erhöhen sich die „Grobkosten“ auf 112 Millionen Euro.

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