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Immobilien

12.02.2015

Rekord mit Schönheitsfehler

Die Ulmer Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft baut so viel wie nie, doch die hohen Baupreise machen der städtischen Tochter zu schaffen.

Die städtische Tochter UWS baut so viele Wohnungen wie nie, doch die hohen Kosten schlagen auf die Mieten durch

Sind günstige Wohnungen in Ulm derzeit Mangelware? „Wir müssten mehr Geschosswohnungsbau betreiben“, forderte jedenfalls Michael Joukov (Grüne) im Hauptausschuss, in dem unter anderem der Wirtschaftsplan der Ulmer Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (UWS) vorgelegt wurde. Dem widersprach Oberbürgermeister Ivo Gönner, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Tochtergesellschaft: „Wir bauen wie die Weltmeister.“

Geschäftsführer Frank Pinsler unterstrich das mit Zahlen. Die UWS baue so viel wie nie. Allein im laufenden Geschäftsjahr würden 120 Wohnungen fertiggestellt. „Wir sind damit am Limit“, stellte Pinsler fest. Insgesamt stehen im Investitionsplan 2015 sogar mehr als 300 neue Wohnungen im Bau, allein 181 davon im „Türmle“ am Eselsberg. 144 bestehende Wohnungen werden außerdem modernisiert. Dazu kommen verschiedene Instandhaltungsmaßnahmen. Alles in allem werde die UWS etwa 35 Millionen Euro in Bautätigkeiten investieren, berichtete Pinsler.

Die meisten der etwa 6600 Mietwohnungen im Bestand der UWS sind laut dem Geschäftsführer so günstig, dass sie förderfähig sind. Der Durchschnittspreis pro Quadratmeter liege bei 5,10 Euro.

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Ganz anders sieht es jedoch bei neuen Wohnungen aus. Denn: „Wir können nicht mehr günstig bauen“, so Frank Pinsler. Die Baupreise seien in den vergangenen Jahren stark angestiegen, einzig die Finanzierungsbedingungen seien noch günstig. Von Ivo Gönner zugespitzt ausgedrückt: „Die Baukosten machen uns im Moment das Leben zur Hölle.“ Dafür macht das Stadtoberhaupt auch den Gesetzgeber verantwortlich, der mit einer Art „Beglückungsmaschine“ in Form immer neuer Vorschriften die Kommunen verfolge.

„Preisgünstig bauen: Streicht das aus eurem Vokabular“, riet Gönner den Stadträten. Der Quadratmeterpreis bei neuen Wohnungen der UWS liegt jedenfalls bei acht bis 8,50 Euro pro Quadratmeter. Ein-Zimmer-Wohnungen, die immerhin noch zwölf Prozent des Bestands der Wohnungsbaugesellschaft ausmachen, sind trotzdem nicht gefragt. Frank Pinsler sagt deshalb: „Wohnungen unter 45 Quadratmeter zu bauen, halte ich nicht für zielführend.“ (mru)

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