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Explosive Post

21.02.2021

Rentner aus Raum Ulm soll Briefbomben geschickt haben

Die Firmenzentrale des Babynahrungherstellers Hipp im bayerischen Pfaffenhofen. An den Hersteller war eine der explosiven Postsendungen adressiert.
Bild: Armin Weigel, dpa (Symbolbild)

Ein 66-jähriger Mann aus dem Raum Ulm sitzt in Untersuchungshaft. Drei Attacken mit explosiven Postsendungen auf Lebensmittelunternehmen werden ihm vorgeworfen. Das Motiv ist unklar.

Eine Serie von Angriffen mit explosiven Postsendungen in Süddeutschland steht vor der Aufklärung. Nach den drei Attacken auf Lebensmittelfirmen in Baden-Württemberg und Bayern sitzt ein 66 Jahre alter Verdächtiger aus dem Raum Ulm in Untersuchungshaft. Man gehe nicht davon aus, dass der Mann vor seiner Festnahme noch weitere sprengstoffverdächtige Briefe oder Pakete versandt habe, teilten die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg am Samstag gemeinsam mit. Was sein Motiv war, sei aber auch zwei Tage nach der Festnahme des Mannes noch immer nicht geklärt.

Verdächtiger wurde am Wohnsitz im Raum Ulm festgenommen

Bereits am Freitagabend hätten Spezialkräfte der Polizei den Rentner an seinem Wohnsitz festgenommen. Der bislang nicht polizeibekannte Mann aus dem Ulmer Raum leistete den Angaben des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Heidelberg zufolge keinen Widerstand gegen seine Festnahme.

Zu den Vorwürfen gegen ihn habe er sich bis dato noch nicht geäußert. Damit bleibt immer noch unklar, welches Motiv der Verdächtige gehabt haben könnte. Neue Erkenntnisse lägen bisher nicht vor, hieß es am Sonntagmorgen beim Landeskriminalamt Stuttgart. Die Ermittlungen dazu liefen, hieß es beim LKA. Derweil würden Beweismittel untersucht, die Ermittler in der Wohnung des Mannes gefunden hätten.

Die Angriffsserie hatte am Dienstag in der Warenannahme eines Getränkeherstellers in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) begonnen. Dort wurde ein Mann durch eine Verpuffung verletzt, die laut Polizei von einem Paket ausging, das der Mann angenommen hatte. Er erlitt ein Knalltrauma.

Am Mittwoch kam es beim Öffnen eines Briefes in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) zu einer Explosion mit drei Verletzten. Ein drittes verdächtiges Paket, das an den Babynahrungshersteller Hipp adressiert war, wurde in der Nacht zu Donnerstag in einem Paktverteilzentrum beim Flughafen München abgefangen und entschärft.

Nach Explosionen bei Lidl und Capri Sonne: Sonderkommission mit 100 Ermittlern gegründet

Die drei Sendungen trugen fiktive Absender und waren von DHL angeliefert worden. Wie die Bild berichtet, sollen die Pakete in der Postfiliale in der Rosengasse in der Ulmer Innenstadt aufgegeben worden sein. Die angegebenen Absenderadressen sollen demnach Studentenwohnheime sein – in Ulm, Augsburg und München. Es seien zudem drei verschiedene Frauennamen angegeben worden, die dort aber nicht gemeldet sind. Einer der Nachnamen soll „Merkel“, ein anderer „Schwarz“ sein – so wie Lidl-Gründer Dieter Schwarz (81).

Eine Sonderkommission unter Leitung des LKA Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaft Heidelberg übernahmen die Ermittlungen. 100 Beamte untersuchten die Fälle, darunter auch Polizisten des Ulmer Präsidiums.

Verletzte haben nach Explosion Krankenhaus wieder verlassen

Unterdessen waren bereits am Freitag alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Lidl teilte mit, dass alle Mitarbeiter, die den Großeinsatz miterlebt hätten, medizinisch und psychologisch betreut worden seien.

Die Alarmbereitschaft wurde nach den Explosionen erhöht: Am Samstagmorgen rückte die Polizei zu einem Paketverteilzentrum in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) an, nachdem dort ein verdächtiges Paket mit verfärbter Hülle aufgetaucht war. Am frühen Nachmittag dann aber Entwarnung: "Das Paket wurde von den Spezialisten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg geöffnet. Hierbei wurde kein sprengstoffverdächtiger Inhalt festgestellt", hieß es. (dpa)

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