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Andreaskirche

13.06.2017

Respekt für den Raum

Vier Künstler gestalteten Werke für die Andreaskirche: (von links) Paul Teutsch, Wolfgang Endrass, Thomas Zitzwitz und Beate Baberske.
Bild: Arnold

Das evangelische Gotteshaus in Ludwigsfeld ist ein Ort für Kunst geworden

Kunst in die Kirche! Die Forderung ist nicht neu und die Vorteile, wenn Kirche und Künstler zusammenarbeiten, liegen auf der Hand. Mit dem Nachlassen der religiösen Bindekräfte veränderten sich die Beziehung der bildenden Kunst zur Kirche. Heute sucht man nach subtilen Schnittstellen, nach einem Zusammenwachsen. Die Andreaskirche in Ludwigsfeld möchte eine solche Kunst-Kirche sein, wie Pfarrer Ernst Sperber betont. Seit Längerem sei beispielsweise in der Gemeinde der Wunsch nach neuen Postamenten da, also den Stoff-Behängen von Altar und Taufstein. Auch die Unterbringung der Hostien sei in der engen Sakristei zunehmend ein Thema geworden – und so gibt es nun ein Tabernakel in Altarnähe. Klingt katholisch? Ein bisschen. Pfarrer Sperber sieht darin eine respektvolle Aufbewahrung.

Ausgeführt hat dieses zurückhaltende Gefäß der in Fürth lebende, aus Ulm stammende Bildhauer Paul Teutsch. Er zeichnet auch für die neuen Lichtkammern und ein Vortragekreuz verantwortlich, letzteres ein subtiles Werk aus poliertem und patiniertem Stahl. Auch der neue Osterkerzenleuchter aus Kalkstein von Wolfgang Endrass ist ein zurückhaltendes Stück. Das sei von allem Anfang an der Wunsch gewesen: dass die Kunstwerke den Raum achten, ihn ergänzen. Auch die Farbtafeln des Kölners Thomas Zitzwitz betonen das Fluktuierende, das Bewegliche. Ein Ruhepol im Kirchenraum, nicht nur durch die an reine Naturtöne erinnernden Farben.

Die Farben der Kirche Weiß und Schwarz greifen alle Künstler auf. Beate Baberske, als Textilkünstlerin regelmäßig für Kirchen tätig, entwickelte ihre Postamente als Wechselspiel aus den kirchlichen Symbolfarben und aus dem Licht, das den Kirchenraum bestimmt. Auch hier staunt man über die noble Zurückhaltung der künstlerischen Ausführung, die verspielt und leise zugleich ist. Die neuen Werke ergänzen den Kirchenraum, sie sollen, wie der Kunstbeauftragte der evangelischen Kirche im Raum Schwaben-Augsburg, Jean-Pierre Barraud, betont, „genutzt und als Teil des kirchlichen Lebens verstanden“ werden. Die offene Andreaskirche ermöglicht täglich eine Betrachtung ihrer künstlerischen Ausstattung, zu der auch die Glasbilder und Plastiken von Günther Späth zählen. (az)

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