Newsticker

Städte- und Gemeindebund fordert Ausweitung der Maskenpflicht in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Riechen, Schmecken und Fühlen

01.07.2010

Riechen, Schmecken und Fühlen

Anfassen, Riechen und Schmecken - Sehbehinderte aus dem Landkreis erkunden Pflanzen in der Staudengärtnerei. Foto: ch
Bild: ch

Landkreis Funktioniert das Sehen nicht mehr so gut, werden andere Sinne wichtiger. Einmal im Jahr können sich die Blinden und Sehbehinderten im Landkreis in besonderer Weise mit der Natur beschäftigen. Heuer etwa führte Staudengärtner Dieter Gaißmayer in die Pflanzenwelt ein. In der Kirche St. Johannes, Betlinshausen, ging eine Andacht voraus, die Kaplan Christian Voßhenrich hielt, wobei er, mit Hinweis auf den Tag, Gott Dank sagte für alles, was er geschaffen hat.

Dann wurden die 60 Teilnehmer, zu denen auch Landrat Erich Josef Geßner mit Gattin Wilhelmine, Altlandrat Franz Josef Schick und Kreisrätin Angelika Käppeler gehörten, unter Führung von Günter Hock, Leiter des Sozialamtes, zur Staudengärtnerei gebracht. An einem schattigen Plätzchen führte Dieter Gaissmayer dann in einem, mit Humor gewürzten Vortrag in die Welt der duftenden und aromatischen Pflanzen und ihre Wirkung als Heilkräuter ein. Marienblatt und Salbei, Rhabarber und Pfingstrosenblüten, alle haben ihre spezifischen Wirkungen. Und die ist bei frischen Pflanzen viel intensiver als bei getrockneten. Dann wurden alle Sinne angesprochen: Die Besucher durften über einen Teppich aus Zitronenmelisse laufen und die strahlenförmig angeordneten Blüten von Lach betasten.

"Wohlriechende Pflanzen können auch zur Desinfizierung von Räumen ausgestreut werden", ergänzte der inzwischen eingetroffene Dr. Piero Banti, Chefarzt für Anästhesie. Und Dieter Gaissmayer zählte 70 verschiedene Minzen auf, von der Ananas- bis zur Zitronenminze. Ysop-Kraut beruhige das Herz, und Kamille gehöre auf alle Fälle in den Garten. "Spitzwegerich ist bei Insektenstichen hilfreich", erklärte der Fachmann. Die Besucher, von denen einige schon seit vielen Jahren an dem ihnen gewidmeten Tag teilnehmen, empfanden den Besuch in der Gärtnerei als Erlebnis besonderer Art.

Das kam auch in den Dankesworten zum Ausdruck, die Fabian Sattich, Bezirksgruppenleiter im Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund Schwaben-Augsburg im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen im Dornweiler Hof fand. Statt der ihnen nicht mehr gegebenen optischen Wahrnehmung hätten die Teilnehmenden durch Geruchsempfinden innigen Kontakt mit den Pflanzen finden können.

Landrat Geßner gab den Dank für die Organisation an Sozialamtsleiter Günter Hock weiter und erläuterte, dass Hock auch die Bürgerstiftung betreut, die durch das Vermächtnis einer ehemaligen Mitarbeiterin des Amtes mit über 200 000 Euro ausgestattet wurde. "Die Zinsen erlauben jedes Jahr die Ausschüttung eines Betrags für Bedürftige." (ch)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren