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Senden

20.12.2019

Riesen, Knoppers, Merci: Wird Senden zur Schoko-Stadt?

In diesem Teil eines Gebäudes an der Berliner Straße wollte der Süßigkeiten-Hersteller Storck einziehen.
Bild: Angela Häusler

Der Süßigkeiten-Hersteller Storck will sich ansiedeln. Warum die Stadt Senden sich dagegen wehren will.

Vorerst kein Süßwaren-Mekka im Sendener Norden: Seinen Plan, in der Berliner Straße einen Marken-Shop des Süßigkeitenherstellers Storck anzusiedeln, kann der Eigentümer eines Gewerbeobjekts im Norden erst einmal nicht umsetzen. Mit zwölf zu drei Stimmen entschied sich der Sendener Bauausschuss für eine Zurückstellung des Bauvorhabens bei der Baugenehmigungsbehörde am Landratsamt. Die Stadtverwaltung hatte dieses Vorgehen vorgeschlagen – wegen des Einzelhandelskonzepts.

Einen Teil seiner Gewerbehalle, wo sich früher ein Reifenhandel befand, wollte der Eigentümer an den Berliner Süßigkeiten-Produzenten Storck vermieten, der dort auf 200 Quadratmetern Verkaufsfläche einen Outlet-Shop betreiben möchte. Zu dem Unternehmen gehören unter anderem die Marken Knoppers, Nimm2, Merci, Mamba und Dickmann’s. Storck betreibt solche Markenshops bereits in anderen deutschen Städten.

Das Einzelhandelskonzept: Deswegen wehrt Senden sich

Der Grund für die Sendener Ablehnung: Das gültige Einzelhandelskonzept regle eindeutig, dass im Sendener Norden keine innenstadtrelevanten Sortimente zugelassen werden, so der Standpunkt der Stadtverwaltung. Im Konzept für Senden steht, dass Nahrungs- und Genussmittel eines der Sortimente sind, die ins Zentrum der Illerstadt gehören. Ausgegliedert werden dürfen dagegen etwa Bekleidung, Sportartikel, Autoteile, Gartenartikel, Möbel und Spielwaren.

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Die Mutter des Hauseigentümers hatte sich vor der Entscheidung an das Gremium gewandt. Die Familie sei bemüht, das Gebäude in gutem Zustand zu erhalten und entsprechend den Vermietungsplänen zu renovieren, erklärte sie. Es sei schon einmal eine geplante Vermietung wegen des Einzelhandelskonzepts zurückgestellt worden. Eine von drei geplanten Geschäftseinheiten auf der Fläche ist seit dem vergangenen Jahr wieder belegt: Dort ist eine Burger-King-Filiale eingezogen.

Das Einzelhandelskonzept wurde im Zusammenhang mit der Städtebauförderung Isek beschlossen. Es soll die Innenstadt vor dem weiteren Ausbluten schützen, indem es im Norden neue Geschäfte nur noch zulässt, wenn sie Sortimente führen, die nicht auch für die Innenstadt geeignet wären.

Auch Thalia will gegen die Entscheidung klagen

Da auch Bücher ins innenstadtrelevante Sortiment gehören, musste sich unter anderem auch Thalia geschlagen geben – zumindest vorerst. Wie berichtet, will der Konzern gegen die Entscheidung des Sendener Ausschusses klagen. Thalia will eine Filiale in ein leer stehendes Ladenlokal im umgebauten Teil des Iller-Centers unterbringen. Die Stadt Senden hingegen möchte den einzigen Buchhändler im Ort, Heiko Müller, schützen.

Deshalb wurde der Antrag der German Retail Box, dem Bauherrn des Ladenlokals, mit der Begründung, dass der Bebauungsplan für den Sendener Norden noch nicht fertig überarbeitet ist, zurückgestellt. Denn sobald dieser gilt, ist das Vorhaben von German Retail Box und Thalia nicht mehr mit den Richtlinien in Senden vereinbar – und die geplante Ansiedlung des Bücherriesen wäre vom Tisch. Genauso wie die Süßigkeiten.

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