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Ulm

22.02.2015

Riesenparty für den Regenwald

Ab in den Urwald – vier Bands, darunter die Django 3000 aus dem Chiemgau (im Bild), rockten im Roxy für den Dschungel. Ein Teil des Erlöses fließt in die Projekte des Vereins „Faszination Regenwald“.
Bild: Michael Peter Bluhm

Sechs Stunden lang feiern 800 Besucher im Ulmer Roxy, unter anderem zu den Klängen der Band Django 3000. Ein Teil des Erlöses fließt in die Aufforstung des Dschungels in Borneo

Was für eine Megaparty am Samstag im Roxy: Sechs Stunden nahmen vier feurige Bands 800 Besucher auf einen musikalischen Trip in den Urwald mit.

Das Motto der Riesenparty: Save the Jungle. Und in der Tat: Der größte Teil der Eintrittsgelder finanziert ein konkretes Projekt des Vereins „Faszination Regenwald“ in Borneo, was dem Vergnügungs-Marathon an diesem Abend auch noch einen ernsten Sinn gab und die Orang-Utans sich ein bisschen freuen können.

Dass es nicht nur um die vom Aussterben bedrohten Menschenaffen geht, darauf wies der Vereinsvorsitzende Bernhard Lohr zwischen den Bandauftritten hin: Wenn der höchst gefährdete tropische Regenwald stirbt, habe das verheerende Auswirkungen auf das globale Klima. Wer mehr dazu Infos wollte, konnte sich im Foyer des Roxy an zahlreichen Ständen bedienen, wo es auch Schmuck, Palmzucker und bedruckte T-Shirts zu kaufen gab. In eine aufgestellte Tonne konnte man ausgetrunkene Getränkebecher werfen. Das Pfand war dann eine Spende für den Verein. Die Bands spielten quasi zum Selbstkostenpreis, sodass inklusive Eintrittsgeldern eine ordentliche Summe für das konkrete Regenwaldprojekt des Vereins zusammenkam. Unter anderem sollen Waldhüter finanziert werden.

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Zur Musik an diesem Roxyabend: Kunterbunter konnte das Angebot nicht sein. Punkt 19 Uhr eröffneten die Lokalmatadore von „Rocket in the Pocket“ den Abend mit Kompositionen, die vom Rock ’n’ Roll der 1950er-Jahre inspiriert wurden, sodass das Publikum sofort auf Betriebstemperatur kam, um anschließend fit zu sein für die Hip-Hopper „Mundwerk-Crew“ aus dem Chiemgau, die zu den besseren bayerischen Live-Bands gehören und nicht im Mindesten das Gefühl vermittelten, sie kämen aus dem Hinterland, sondern aus London, Brooklyn oder vielleicht aus Los Angeles. Eine Reggae-Nummer aber war dann doch ein Bekenntnis zur Rettung des heimischen Dialekts: Das Lied „Weiss-Blauer“, eine musikalische Absage an Hektik und Stress.

Um 21.30 Uhr dann der musikalische Höhepunkt des Abends: Der Auftritt der Django-3000-Band, ebenfalls aus dem Chiemgau. Über die bayerischen Grenzen hinaus populär wurde das kraftstrotzende Quartett mit ihrem Münchner Wiesn-Hit „Heidi“, eine Hommage an die unbezähmbare bayerische Frau. Die brodelnde Soundmixtur bringt jeden Tanzboden zum Beben, und auch das Roxy musste einiges aushalten. Inspiriert fühlen sich diese jungen Musiker von Django Reinhard, dem unsterblichen Gitarrengenie.

Mit ähnlicher Technik verwandelt die Band mit dem Wahnsinns-Stehgeiger Florian Starflinger, dem Sänger und Gitarristen Kamil Müller, dem Groove-Akrobaten am Bass Michael Fenzl und dem Drummer Jahn-Philipp Wiesmann (dem einzigen Schwaben in der Band) jede Konzerthalle in eine Gipsy-Disco.

Von einer Russlandtournee haben die Musiker zahlreiche Anregungen für neue Kompositionen mitgenommen: Melodische Kracher mit Wodka im Blut. Atemlos (nicht im Sinne von Helene Fischer) zündeten Django 3000 ein Feuerwerk nach dem anderen im Polka-, Dance- und Rock-Stil, und man verstand nach diesem professionell beleuchteten Bühnenauftritt, warum Millionen von Usern die Lieder im Videoportal You-Tube anklicken.

Soweit ist es mit der Band „Otto Normal“ noch nicht, aber an Originalität ist die Freiburger Combo nicht zu übertreffen. Das beginnt schon bei der Gründung, als der Rapper und Sänger Otto Meier nach fünf weiteren Ottos für seine Band suchte und diese fand. Ein durchgehendes Konzept gibt es nicht wirklich für die Otto-Band. Hip-Hop meets Reggae, Discobeats treffen auf Relaxtracks. Und auch textlich geben die Freiburger den Otto Normal-Verbraucher eine Botschaft weit nach Mitternacht mit auf den Nachhauseweg: „Burger und Pommes – dickes dickes Kind“, ist ein Abendlied betitelt und zielt auf Eltern, die ihre Kinder mit Junkfood vollstopfen.

Nach dem Regenwald-Rettungsaufruf noch ein Appell an diesem abwechslungsreichen Musikabend mit ernstem Hintergrund im Roxy, der noch lange in Erinnerung bleibt.

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