1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Ritter und Gaukler erobern das Kloster

Mittelaltermarkt

11.05.2018

Ritter und Gaukler erobern das Kloster

Copy%20of%20DSC09628.tif
3 Bilder
Der Mittelaltermarkt am Kloster Wiblingen dauert noch bis Sonntag, 13. Mai. Zu den Höhepunkten der Großveranstaltung zählen die Ritterturniere.

Das Spektakel in Wiblingen dauert noch bis Sonntag

Die kleine Lina sieht zunächst etwas misstrauisch aus, als „Fritz der Narr“, wie Fritz Weinert sich selbst nennt, ihr eine kleine rote Feder schenkt. Doch schließlich greift sie zu und strahlt. Der Narr verneigt sich und verschwindet in der Menge.

Weinert ist einer von vielen Mittelalterbegeisterten, die die Großveranstaltung in Wiblingen mitgestalten. Schmuckhändler, Musikgruppen und Artisten, Buchbinder und Wahrsagerinnen – auf dem Gelände des Klosters steht noch bis Sonntag beim Mittelaltermarkt alles im Zeichen der historischen Epoche. Das bunte Spektakel lädt zum Mitmachen ein, überall können Besucher selbst Steine klopfen, das Essen probieren oder sich die Kunst des Dachdeckens im Mittelalter erklären lassen.

Neben den Händlern gibt es auch die Lagerer. Sie haben ihren Platz im Lustgarten des Klosters, so auch Florian Steigers aus Kempten. Seine Gruppe heißt „Die Freien und Edlen zu Rauhenlechsberg“ und hat ihre Zelte aufgeschlagen, um für vier Tage hier zu leben. „Dieses Jahr bin ich auf zwei Mittelaltermärkten dieser Art, aber es können auch mehr sein“, sagt der Geschichtsbegeisterte. Dank Menschen wie Steigers können Besucher eine Zeitreise durch das Mittelalter erleben, denn die Gruppierungen haben sowohl aus dem frühen Mittelalter der Wikinger bis in die spätere die damalige Lebenswelt originalgetreu nachgebaut. Die Teilnehmer leben für die Dauer des Festivals ganz wie die Menschen ihrer Gruppierungen im Mittelalter. Sie schlafen in mitgebrachten Zelten, kochen über dem Feuer, üben deren traditionelles Handwerk aus, geben sich zeitgetreue Namen und – ganz wichtig – tragen originalgetreue Kleidung, vor allem aus Baumwolle und Leinen. Die Faszination der ehrenamtlichen Teilnehmer besteht vor allem darin, die Geschichte wieder aufleben zu lassen. „Man hat damals für alles viel mehr Zeit gebraucht“, sagt Evelyn Leiendecker von Südevent, dem Veranstalter des Festes. „Und es ist auch das Martialische für die Männer, die klassische Rollenverteilung von Mann und Frau und das Kriegerische.“

Nicht nur die Teilnehmer der Mittelaltergruppen sind historisch gekleidet, auch viele Besucher sind in Rüstungen, Kettenhemden und Magdkleidern erschienen. Es entsteht der Eindruck des regen Treibens eines Marktes im zehnten Jahrhundert – doch der Höhepunkt, ein Ritterturnier, zieht die Besucher schließlich auf den Festplatz. Eine klassische Liebesgeschichte eines armen Ritters, der um die Tochter des Königs kämpft, wird mit Pferden und Artisten nacherzählt. Nicht so brutal wie die damaligen Ritterkämpfe natürlich, sagt André Ruck, der Moderator des Kampfes. „Aber wir wollen ja auch nicht zwei Stunden nur mit Lanzen aufeinander zu rennen.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20181210_Heckmann_Ulm_Bahn-Streik_9901.tif
Verkehr

Der Morgen, an dem Ulmer Hauptbahnhof lahm liegt

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket