1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Roggenburger wünschen sich einen Radweg

Roggenburg

21.10.2019

Roggenburger wünschen sich einen Radweg

Roggenburgs Bürgermeister Mathias Stölzle informierte die Bürger in Schießen über alles, was in der Gemeinde derzeit los ist.
Bild: Willi Baur

Bürgermeister Mathias Stölzle informiert ausführlich über laufende Projekte in Roggenburg. Ein örtlicher Unternehmer übt Kritik an der Kommunalpolitik.

Vom Großprojekt Wasserversorgung über den Rekordhaushalt und diverse Klimaschutzmaßnahmen bis zu hochkarätigen Auszeichnungen ehrenamtlich Engagierter: Exakt 70 Minuten brauchte Bürgermeister Mathias Stölzle am Freitagabend bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Vereinsheim der Sportfreunde Schießen für die letzte Leistungsbilanz seiner ersten Amtszeit.

Akribisch aufgelistet und mit vielen Zahlen samt Grafiken unterlegt präsentierte der Rathauschef praktisch alles, was sich zuletzt in der knapp 2800-Seelen-Gemeinde mit sieben Ortsteilen bewegt hat. Das war nicht wenig. Nicht viele Fragen blieben offen, wie bei der anschließenden Diskussionsrunde deutlich wurde, einzig die Beschwerde eines Schießeners über regelmäßige „Pferdeäpfel“ auf örtlichen Radwegen („nicht schön und bei Regen sogar gefährlich“) und die Nachfrage eines Bürgers aus Ingstetten nach dem Sachstand beim geplanten Radweg Richtung Deisenhausen („davon hört man nichts“).

Bürgerversammlung in Roggenburg: Bürger möchten einen Radweg

Auch die Kommune werde sich künftig um die Beseitigung der tierischen Hinterlassenschaften kümmern, versprach Stölzle, appellierte indes zugleich an die Reiter: „Besser wäre es, die Pferde dazu abseits der Asphaltwege zu bewegen.“ Beim ersehnten Radweg bat er um Geduld: „Die Planung steht und das Planfeststellungsverfahren hätte im April starten sollen“, berichtete der Bürgermeister. Aber es gebe wohl noch ein Grundstücksproblem.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Dem Fragesteller pflichtete er bei: „Der Bau ist nötig, weil die Strecke für Radler gefährlich ist.“ Kommen werde er nicht vor den Jahren 2022/23, „dann aber in einem Abschnitt“.

Der Biberacher Unternehmer Georg Blank hatte zuvor gleich eine Reihe kommunalpolitischer Entscheidungen kritisiert und Stölzle damit in einen verbalen Schlagabtausch verwickelt. Weder genaue Kosten noch deren endgültige Finanzierung stünden bei der Optimierung der Trinkwasserversorgung bislang fest, befand Blank, „dennoch sind schon jetzt Beitragsbescheide verschickt worden“. Die seien allesamt vorläufig, betonte der Bürgermeister, eventuelle Überzahlungen würden bei der endgültigen Abrechnung ausgeglichen. Zur Finanzierung des Investitionsvolumens von fast vier Millionen Euro sind die Ergänzungsbeiträge Stölzle zufolge aber unvermeidlich.

Lesen Sie auch: Hohe Auszeichnung für 20 Jahre Hilfe in Kenia

„Die Ertüchtigung des Wertstoffhofes kurz vor Einführung des Gelben Sacks war völlig unnötig. Da wurde fahrlässig mit Geld umgegangen“, kritisierte Blank. Die Neuordnung der Müllabfuhr sei zu diesem Zeitpunkt „nicht absehbar“ gewesen, erwiderte Stölzle, zudem müsse die Grüngut-Annahme bald erweitert werden. „Dann ist der Hof nicht mehr so leer.“

Was den von Blank angesprochenen fehlenden Kreisel am Ortseingang Biberachs zur Temporeduzierung betreffe, gebe er ihm recht, sagte der Bürgermeister. Darauf sei beim Ausbau vor zwölf Jahren wohl im Hinblick auf die Mehrkosten von rund 350000 Euro verzichtet worden. Nicht akzeptieren wollte Stölzle die von Blank geäußerte Kritik am Verkauf der ehemaligen Raiffeisen-Lagerhalle. „Wir brauchen mehr bezahlbare Mietwohnungen“, so der Rathauschef. Die Kommune selbst könne das nicht stemmen, „deshalb setzen wir auf mehrere private Objekte“. Überdies sei das Areal trotz Altlasten deutlich über dem Bodenrichtwert veräußert worden. Den von dem Unternehmer dieser Tage schon bei einer Versammlung der Freien Wähler für das Neubaugebiet am westlichen Ortsrand benutzten Begriff „Krebsgeschwür“ wies Stölzle zurück: „Das ist unpassend, auch weil hier viele junge Familien eine Heimat gefunden haben.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren