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Podiumsdiskussion

28.02.2012

Rommel und sein Kompass

Dr. Nicola Wenge, Dr. Wolfgang Proske, Dr. Cornelia Hecht und Maurice Philip Remy diskutierten im Ulmer Theaterfoyer über Erwin Rommel. Die Uraufführung „Ein deutscher General“ lief am 26. Januar im Großen Haus vom Stapel.
Bild: Hub

„Wüstenfuchs“ im Wortgefecht. Begleitprogramm zur Uraufführung

Ulm Hitzige Diskussionen, die nach zweieinhalb Stunden zu einem Ende zu bringen für Moderatorin Dr. Nicola Wenge gar nicht so einfach war: Dass die Person Erwin Rommel eigentlich nicht einzuordnen ist in ein Raster von Schwarz und Weiß, von NS-Begeisterung und Widerstand.

Dass Rommel aber auch 67 Jahre nach seinem erzwungenen Selbstmord die Menschen beschäftigt, das zeigte das enorme Publikumsinteresse aller Altersschichten im Foyer des Theaters Ulm, wo Dr. Nicola Wenge im Beiprogramm der aktuellen „Rommel“-Inszenierung mit den Historikern Dr. Cornelia Hecht und Dr. Wolfgang Proske und dem Rommelbiograf und Filmemacher Maurice Philip Remy über die Person und Wirkungsgeschichte Rommels sprach; in den anschließenden Publikumsrunden erhitzten sich die Gemüter zwischen der moralischen Verurteilung Rommels und der nachdrücklichen Verehrung, der einer der ehemaligen Soldaten Rommels im Publikum stehend Ausdruck verlieh.

Vielleicht, so Maurice Philip Remy, war Erwin Rommel beides – „ein überzeugter Nationalsozialist und ein überzeugter Widerstandskämpfer“. Von Rommel könne man „viel über Ambivalenz lernen“, so die Stuttgarter Landeshistorikerin Dr. Cornelia Hecht. Während Dr. Wolfgang Proske Rommel nicht dem Widerstand zurechnen will, nannte Remy Rommel „eine Säule eines verbrecherischen Regimes, die sich am Ende zum Widerstand durchrang: „Das macht ihn nicht zum Helden, aber 99 Prozent der Generäle haben weiter Menschen verheizt.“ Rommel habe einen persönlichen Kompass gehabt, „der manchmal ausschlug, wenn es für ihn nicht passte“, wertete Dr. Cornelia Hecht. General zum Anfassen: Was unterschied den bodenständig wirkenden Schwaben von jenen Generälen, die aus preußischem Adel stammten? Die Historiker wiesen auf den „Propagandatrick Afrika“ hin, der in die Wochenschauen Motive wie das (gestellte) auf dem Blech eines Fahrzeugs gebratene Spiegelei oder das Chamäleon brachte, der ein effektvolles Werkzeug für eine Propaganda war, der er sich – versiert im Umgang mit der Kamera – zur Verfügung stellte.

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