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Stimmen II

09.02.2016

Rossini-Schmelz mit Wirkung

Solistenterzett im „Gratias“: (von links) Bassbariton Santiago Garzón, Tenor Alexander Efanov und Mezzosopranistin Kinga Dobay.
Bild: Roland Mayer

Uni-Chor versprüht aparte Klangfarben

In reizvolle Klangfarben tauchte Universitätsmusikdirektor Albrecht Haupt den Großraum Haus der Begegnung mit Puccinis kleiner „Messe solennelle“. Feierlich im übertragenen Sinn gab sich die Besetzung: Kein großes Orchester mit schwerem Blech trug den Universitätschor bis zum „Lamm Gottes“. Dafür die aparte Kombination von Klavier und Akkordeon, die dieser Aufführung im nahezu voll besetzten Saal der ehemaligen Dreifaltigkeitskirche die ganz besondere Note verlieh.

Mit dieser originellen Urfassung kurbelte der italienische Belcanto-Meister in seiner späten Pariser Schaffenszeit schon 1863 mit Pianoforte und Druckluft-Harmonium kammermusikalische Klangfarben an. Mit dem Lörracher Diplommusiklehrer Pedrag Tomic, Absolvent der Weimarer Musikhochschule Franz Liszt und Baden-Badener Musikpreisträger, ließ sich ein Serbe mit viel Fingerspitzengefühl auf die schwärmerischen Fill-ins und getragenen Überleitungen hin zu den konzertanten Korrepetitor-Parts des Pianisten ein, die Hannes Kalbrecht mit gefühlvoller Souveränität ins chorische Volumen einschleuste.

Im hervorragend besetzten Solistenquartett war der polnischen Sopranistin Katarzyna Jagiello ihr grippaler Infekt nicht anzumerken. Zusammen mit dem samtigen Allround-Mezzo von Kinga Dobay glückten Passagen fülliger Schwerelosigkeit („Qui tollis“). Der aus Kolumbien stammende Santiago Garzón überzeugte mit sensiblem Bassbariton. Und Alexander Efanovs lyrische, im Stuttgarter Staatsopernchor verfeinerte Tenorpräsenz konnte sich im Rossini-Schmelz beim Sakral-Hymnus an der Seite des am Puls der Partitur agierenden Pianisten auch zu expressivem Leuchten aufbäumen („Domine Deus“). Und mittendrin der 86-jährige Dirigent, der die atmosphärisch aufgeladene Lounge-Romantik mit Akkordeon in der hellhörigen Akustik sichtlich genoss.

An Chören aus Mendelssohns „Sommernachtstraum“ feilt der Uni-Chor bis zum Probenwochenende Mitte Juni. Bartholdys „Erste Walpurgisnacht“ steht auch im Zentrum des Ulmer Konzertwochenendes mit einem Auftritt am 3. Juli um 19 Uhr in der Pauluskirche.

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