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Weißenhorn

27.05.2015

Rücktritt im Stadtrat: Wanner geht, Riebler kommt

Hört auf: CSU-Rat Josef Wanner.
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Hört auf: CSU-Rat Josef Wanner.
Bild: Archiv

In der Weißenhorner CSU-Fraktion kommt es zum Stühlerücken

Ein Stadtrat nimmt den Hut: Josef Wanner ( CSU) aus Oberreichenbach hat im Rathaus seinen Rücktritt eingereicht. Das bestätigte Hauptamtsleiterin Katrin Geiger auf Anfrage. In der nächsten Stadtratssitzung Mitte Juni soll darüber beschlossen werden – eine Formsache, denn seit Kurzem müssen Mandatsträger keine triftigen Gründe mehr vorbringen, wenn sie ihr Amt niederlegen wollen.

Aus Wanners Sicht liegen solche offenbar jedoch vor: Bei ihm habe sich zuletzt einiger Frust aufgestaut, war gestern aus der CSU-Fraktion zu hören. So sei etwa das Dach für den neuen Busbahnhof ein Thema gewesen, das den Oberreichenbacher „richtig umgetrieben hat“, sagte zweiter Bürgermeister Ernst Peter Keller. Er erinnerte an die lange Debatte über das aus Sicht mancher Räte und Bürger zu teure „Weißenhorner Band“. Zuerst habe sich das Ratsgremium für die Idee eines Berliner Architekten ausgesprochen, den Plan dann aber abgelehnt – worauf er dem Stadtrat erneut vorgelegt und wiederum angenommen wurde. Keller: „Das hat ihm missfallen.“

Zudem habe sich Wanner in den Ratssitzungen mitunter übergangen gefühlt, wenn es um Wortmeldungen ging, wie Keller sagt. In der Fraktion gehe man nicht davon aus, dass Ratsmitglieder von Bürgermeister Wolfgang Fendt wissentlich ignoriert werden, „manchmal melden sich eben drei gleichzeitig und dann geht der Blick wohl zuerst zu den Fraktionsvorsitzenden“, so Keller, der als Fendts Stellvertreter bei Bedarf selbst Sitzungen, Diskussionen und Abstimmungen leitet. „Aber das ist wohl ein persönliches Empfinden.“

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So sei der Entschluss zum Rücktritt über längere Zeit in Wanner gereift und keine Kurzschlussreaktion gewesen. Man habe in der Fraktion noch versucht, den Oberreichenbacher zum Bleiben zu bewegen. Offenbar vergeblich. Keller: „Er war nicht mehr davon abzubringen.“

Wanner selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In der Ratssitzung am 15. Juni wird es am Tisch der CSU also ein Stühlerücken geben. Wanner wird verabschiedet, sein Nachrücker vereidigt und dann gleich in Reihen der Fraktion Platz nehmen.

Nach den Ergebnissen der Kommunalwahl von März 2014 wäre Bruno Simmnacher nun an der Reihe, in das Weißenhorner Ratsgremium einzuziehen. Der langjährige Rat hatte den Wiedereinzug damals knapp um einige Stimmen verpasst. Jetzt lehnt er aber ab, hieß es gestern von Seiten der Stadt. Simmnacher selbst wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Aus der CSU-Fraktion war zu erfahren, es sei seit der Wahl viel Zeit vergangen sei. „Er will nicht mehr“, sagte Fraktionschef Franz Josef Niebling.

Stattdessen wird Kerstin Riebler aus Hegelhofen in den Rat nachrücken – eine Tatsache, über die sich Niebling „wahnsinnig freut“. Durch Riebler, die im Ordnungsamt in Babenhausen arbeitet, sieht er die Fraktion hinsichtlich der „Verwaltungskompetenz“ gestärkt.

Riebler selbst freut sich über die Chance, die Geschicke der Fuggerstadt mitzugestalten. Eines ihrer Ziele sei es, die Ortsteile zu stärken. Sie spielt in den Musikkapellen Wallenhausen und Biberachzell und leitet einen Teil der Jugendkapelle „WABBs“. Deshalb liege ihr die aktuell viel diskutierte Jugendförderung der Stadt am Herzen.

Die Fraktion will noch festlegen, wie die frei werdenden Sitze im Finanz- und Haupt- sowie im Ferienausschuss besetzt werden.

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