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Prayerfestival

13.08.2012

Rund um die Uhr im Gespräch mit Gott

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3 Bilder
Schwester Deborah im Come-in-and-find-out-Zelt.

In Pfaffenhofen beteten Hunderte Jugendliche aus aller Welt gemeinsam bis in die Nacht

Pfaffenhofen „Freude!“ steht auf Schildern, die überall in Marienfried hängen. „Das ist das Motto unseres Prayerfestivals“, erklärt Julia Kleinheinz von Jugend 2000 und zitiert aus dem Philipperbrief, „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Ob es an der Botschaft liegt, dem schönen Wetter oder der allgemein guten Stimmung: Die Besucher des Festivals scheinen jedenfalls überwiegend gute Laune zu haben. Aus den Pagodenzelten, in denen die Workshops stattfinden, klingt immer wieder Gelächter herüber. Dort beantwortet unter anderem gerade der Zisterzienserpater Karl Wallner Fragen, die die Jugendlichen zu Glauben, Kirche und Gott schon lange auf der Seele liegen. Nebenan referiert ein Vertreter der Missionaries of Charity, dem von Mutter Teresa gegründeten Orden, über die Möglichkeiten, das Leben ganz Gottes Vorsehung anzuvertrauen.

Fünf- bis sechshundert Jugendliche haben bis Freitagnachmittag den Weg nach Marienfried gefunden, „aber heute Abend werden wir wohl die 1000 knacken“, ist Julia Kleinheinz zuversichtlich. Denn viele junge Leute, die vorher ihre Arbeitsstellen nicht verlassen können, werden erwartet, wenn das Wochenende mit heiliger Messe und einem großen Abend der Barmherzigkeit startet. Die etwa 140 Mitarbeiter von Jugend 2000 kümmern sich um die Gäste, die nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus den europäischen Nachbarländern und sogar aus den USA, Brasilien, Mexiko oder Korea angereist sind. „Eine große Gruppe von 55 Jugendlichen wollte aus dem Kongo kommen, aber es hat mit den Visa nicht geklappt“, bedauert Kleinheinz.

In Zeltstädten finden die Besucher Platz. Familien zelten im Apfelhain und auf den benachbarten Wiesen stehen, getrennt nach „Boys“ und „Girls“, jeweils ein großes Gemeinschaftszelt und weitere kleine Zelte. Wer tagsüber Ruhe braucht, kann im Chillout-Zelt oder in zwischen den Bäumen aufgehängten Hängematten neue Kraft schöpfen.

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Besucher können rund um die Uhr die Beichte ablegen

Denn viele der Besucher beten nicht nur am Tag, sondern die ganze Nacht hindurch. Eine Gruppe Ministranten aus Heideck, Hilpoltstein und Georgensgmünd hat beispielsweise von zwei bis vier Uhr nachts an der Anbetung teilgenommen. „Das gibt ein tolles Gemeinschaftsgefühl“, findet der 16-jährige Markus. „Außerdem merkt man, dass man wirklich um jede Uhrzeit zu Jesus kommen kann.“ Die Möglichkeit, sich jederzeit mit Gott auszutauschen, nutzen viele Besucher im Anbetungszelt. Dort gibt es auch rund um die Uhr die Möglichkeit, bei verschiedenen Priestern die Beichte abzulegen.

„Wichtig ist es auch, viel Zeit miteinander zu verbringen und intensive Gespräche führen zu können“, erklärt Kleinheinz. Dafür gibt es überall Gelegenheit. Mehrere Familien mit Kleinkindern haben sich beispielsweise im Schatten der Marienkapelle zusammengefunden. Andrea und Stephan Stiglmayr aus Neubiberg waren bei früheren Prayerfestivals als Mitarbeiter mit dabei, mit ihrer elf Monate alten Tochter Pia sind sie diesmal als Besucher gekommen. „Messen und Vorträge sind mit der Kleinen ein bisschen schwierig“, bedauern sie lächelnd. Pia findet es in Marienfried trotzdem schön: Begeistert nuckelt sie an einem bunten Rosenkranz, den jeder Besucher als Willkommensgeschenk bekommt. Nur ein Stückchen davon entfernt üben der elfjährige Crispin und die zehnjährigen Kevin und Annika gemeinsam, auf einer Slackline zu balancieren. Für die Kinder wird es auf dem Festival nicht langweilig, denn es gibt eigene Workshops und Angebote wie Zauberer oder Rallyes. Jüngere Besucher werden in einem eigenen Zelt betreut.

Gebete murmelnd zieht gelegentlich das Fürbitt-Team vorüber, das aus einem Priester und drei Laien besteht. „In den Gebeten kann es um das Gelingen des Festivals gehen, aber auch um besondere Schicksale, die Hilfe nötig haben“, beschreibt Julia Kleinheinz. Die vier holen sich alle zwei Stunden Zettel mit Gebetsanliegen ab, die von den Jugend-2000-Mitarbeitern ans Schwarze Brett gehängt wurden. „Wir arbeiten rein auf Spendenbasis“, sagt Kleinheinz. „Es soll sich jeder leisten können zu kommen.“ Sie ist zuversichtlich, dass ausreichend Spenden zusammenkommen: „Wir vertrauen darauf, dass Gott uns großherzige Menschen schickt, die ein Herz für Jugendliche haben.“

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