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Ulm

21.05.2020

SPD, Grüne und CDU beziehen Stellung zu Xavier Naidoo

Xavier Naidoo soll im Frühjahr 2021 in Ulm auftreten. Doch jetzt steht dieser Vertrag mit dem umstrittenen Künstler massiv in der Kritik. Das Management des Sängers äußert sich aktuell nicht zu diesem Fall.
Bild: Alexander Kaya

Plus Ulmer Gemeinderatsfraktionen kritisieren die umstrittenen Aussagen des Popstars, der in Wiblingen auftreten soll.

Die Ulmer Gemeinderatsfraktionen von SPD, Grünen und CDU haben sich mit einem Antrag an Oberbürgermeister Gunter Czisch gewandt: Im Gemeinderat wollen sie über eine gemeinsame Resolution zum geplanten Konzert von Xavier Naidoo in Ulm abstimmen. Das gab die SPD-Fraktion am Mittwoch bekannt. Im Entwurf der Resolution äußern sich die drei Fraktionen sehr kritisch zum Auftritt des umstrittenen Popstars im Kloster Wiblingen.

Bewilligt Czisch den Antrag, könnte die Resolution am 29. Mai im Gemeinderat zur Debatte und Abstimmung stehen. Der Sänger Naidoo hätte am 25. Juli dieses Jahres im Wiblinger Klosterhof, einer Liegenschaft des Landes Baden-Württemberg, auftreten sollen. Das Konzert wurde inzwischen wegen der Corona-Krise abgesagt und ins Jahr 2021 verschoben. Seit einiger Zeit macht Naidoo jedoch mit höchst umstrittenen Aussagen auf sich aufmerksam.

Fraktionen geben gemeinsame Stellungnahme raus

Im Entwurf der Resolution äußern sich die Fraktionen: „Naidoo hat sich in Videos, bei Auftritten, in seinen Songs und bei anderen Veranstaltungen immer wieder eindeutig frauenfeindlich, rassistisch, antisemitisch und fremdenfeindlich geäußert. Erst vor wenigen Tagen behauptete er, dass das Coronavirus eine Verschwörung sei und die Regierung das Virus als tödliche Waffe nutze.“ Weiter heißt es im Entwurf der Stellungnahme: „Ulm ist eine offene, demokratische und solidarische Stadt, die all ihren Bürgerinnen und Bürgern gleich welcher Herkunft eine gemeinsame Heimat bietet; diese Maxime leitet den Gemeinderat und die Verwaltung.“

SPD, Grüne und CDU beziehen Stellung zu Xavier Naidoo

Die Kontroversen, die der Sänger aus Mannheim immer wieder auslöst, werden auch in anderen deutschen Großstädten diskutiert. In Rostock und Dortmund sind Konzerte von Naidoo geplant, auch dort befasst sich die Stadtpolitik kritisch mit seinem Fall. Die drei Ulmer Gemeinderatsfraktionen beziehen in ihrem Entwurf auch Stellung zur künstlerischen Freiheit. Befürworter von Naidoo sehen dieses Recht wiederum in der politischen Debatte gefährdet. „Unser Grundgesetz schützt zu Recht die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst. Eine Zensur findet nicht statt und wird auch nicht angestrebt“, so heißt es im Entwurf von SPD, Grünen und CDU.

„Der Ulmer Gemeinderat stellt jedoch unmissverständlich klar, dass die Ansichten des Herrn Naidoo mit dem Grundkonsens der internationalen Stadt Ulm nicht kompatibel sind.“ (veli)

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