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Empfang

23.02.2015

SPD sieht Senden im Hintertreffen

Ivo Gönner
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Ivo Gönner

Genossen legen ihre Strategie für 2015 fest – und sparen nicht mit Kritik am Gegner

Flüchtlingspolitik, Energieversorgung und Arbeitsplatzsituation – beim gestrigen Jahresempfang der Sendener SPD ging es um die großen Themen der Politik. Zu Beginn der Veranstaltung im rot dekorierten Empfangsraum des Paul-Gerhardt-Hauses, kündigte SPD-Fraktionsvorsitzender Georg Schneider die anstehenden großen Projekte der SPD-Kommunalpolitik an: die Bahnunterführung, den Anschluss an die Gleise und der behindertengerechte Umbau des Bahnhofsbereichs, sowie die Sanierung der Grundschule Wullenstetten und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit dem zweigleisigen Ausbau der Illertalbahn. „Das liegt uns besonders am Herzen.“

Dabei sparte der Fraktionsvorsitzende nicht mit Kritik an Stadtverwaltung und politischen Gegnern im Stadtrat. „Stagnation ist in Senden spürbar. Während in allen Städten um uns herum die Baukräne in den Himmel ragen, haben wir kein einziges wesentliches Baugebiet, welches die Investitionen in Kindergärten und Schulen rechtfertigen.“ Es müsse etwas getan werden, damit die Illerstadt den Anschluss nicht weiter verliere. „Für ehrliche und sachliche Gespräche stehen wir immer zur Verfügung“, so Schneider.

Die beiden Gastredner, Bundestagsabgeordneter Karl-Heinz Brunner und Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner, legten in ihren Reden den Fokus auf überregionale Themen, welche sich auf die Region auswirken. Brunner sprach die Situation der Flüchtlinge an. „Ich glaube unter uns ist niemand, der sagen würde, dass wir diesen notleidenden Menschen keine Heimstatt anbieten.“ Deutschland sei auf Zuwanderer angewiesen. Im Jahr 2025 würden Millionen Arbeitsplätze wegfallen, weil Deutschland nicht genügend arbeitsfähige Menschen habe, sah Brunner voraus. „Wir brauchen Menschen, die sich gerne bei uns integrieren und sich in Deutschland einbringen.“ Damit griff Brunner eine der Ideen auf, die Ulms Oberbürgermeister in seinem Vortrag erläutert. „In den nächsten Jahren werden nicht mehr die einzelnen Städte im Wettbewerb miteinander konkurrieren, sondern die Regionen“, sagte Gönner. Damit die Donaustädte Ulm und Neu-Ulm und deren Umland diesen Wettbewerb in den nächsten Jahren nicht verlieren, müsse jeder seinen Teil beitragen. „Wir müssen eine Region bleiben und weiter werden, in der sich Menschen freiwillig entscheiden können, ob sie wegziehen oder bleiben wollen. Diese Freiheit ist das wichtigste Gut.“ In vielen Regionen Deutschlands, so Gönner, stelle sich diese Frage nicht mehr. „Die Menschen müssen da wegziehen.“ Zu einer erfolgreichen Zukunft gehörten laut Gönner, Perspektiven für Familien, Angebote für Arbeitsplätze und Verkehr. Dabei sprach er das S-Bahn-Netz an, das in Zukunft die Mobilität der Region erhöhen soll. Zwei weitere Wettbewerbsvorteile seien die Energieversorgung, die mit Hinblick auf die Abschaltung eines Reaktors in Gundremmingen in 2017 ein großes Thema sein werde, sowie die Themen Ausbildung, Wissenschaft und Forschung. Das Stichwort laute, so Gönner, hier mehr Internationalität zu wagen.

Arbeitskräfte werden händeringend gesucht

„Dazu müssen wir Botschaften auch aus Senden senden: Menschen sind bei uns herzlich willkommen.“ Gerade in den Bereichen Gesundheit und Pflege werden Arbeitskräfte händeringend gesucht werden, prophezeite Gönner. „Das ist auch ein Teil des Regionenwettbewerbs. Und wenn wir den gewinnen wollen, müssen alle ihren Teil beitragen.“

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