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19.10.2009

SWU eröffnen Kraftwerk am Main

Ulm/Mainz (AZ) - Seit 1934 gibt es das Wehr an der Mainschleuse Mainz-Kostheim. Jetzt wird an dieser Stelle umweltfreundlich Strom gewonnen. Das vorhandene Gefälle nutzt ein Wasserkraftwerk, das die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH (SWU) gemeinsam mit den Halblechkraftwerken Einsiedler (Memmingen) in knapp zweijähriger Bauzeit errichtet haben. Jetzt setzten Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner, SWU-Geschäftsführer Matthias Berz und Jürgen Schäffner, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochtergesellschaft SWU Energie, per Knopfdruck die Turbinen in Gang.

Rund 18,5 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich speist das Kraftwerk ins öffentliche Netz ein. Genug Energie für eine Kleinstadt: Die genannte Menge reicht aus, um 5200 Haushalte mittlerer Größe ein Jahr lang zu versorgen. "Und zwar nachhaltig, das heißt auf ökologischem Wege. Denn Wasser wird immer fließen. Der Main ist eine erneuerbare Energiequelle", hob Oberbürgermeister Ivo Gönner, gleichzeitig Vorsitzender des SWU-Aufsichtsrats, bei der Inbetriebnahme hervor. Rund 20 Millionen Euro investieren die Kraftwerksbetreiber in den Bau.

Auch was die Schonung der Natur am und im Wasser angeht, ist das Wasserkraftwerk Kostheim vorbildlich. Genutzt wird eine seit 75 Jahren vorhandene Staustufe. Fische sind dreifach vor den Turbinen geschützt. Durch einen eigens angelegten naturnahen Bach können sie unbeschadet am Kraftwerk vorbei auf- und absteigen. Den Aalen wurde sogar ein eigener Weg eingerichtet: Sie schwimmen durch ein wasserdurchströmtes Rohr mitten durch das Krafthaus.

Warum kommen die Ulmer an den Main? "Wir unternehmen mit dem Projekt einen weiteren Schritt, um die Stromerzeugung ohne Klimaschadstoffe auszubauen", sagt Geschäftsführer Jürgen Schäffner. Die SWU erzeugt derzeit in sieben Wasserkraftwerken an der Donau und am Illerkanal um die 100 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. "Die Kapazitäten für die Wasserkraft sind im Raum Ulm aber so gut wie ausgeschöpft", unterstreicht Schäffner, "deshalb sind wir am Main aktiv". Zugute kam den Ulmern, dass der Unternehmer Günther Meyer von den Halblechkraftwerken Einsiedler bereits im Jahr 2002 die Wasserrechte am Kostheimer Wehr erworben hatte. Um die Rechte zu nutzen und ein Wasserkraftwerk zu bauen, schlossen sich die Halblechkraftwerke und die SWU Energie 2005 in einer Investoren- und Betreibergesellschaft zusammen. Das Wasserkraftwerk Kostheim spielt eine wichtige Rolle in der Strategie der SWU. "Bis 2020 wollen wir den Strombedarf unserer Haushaltskunden vollständig durch die eigene Erzeugung aus rein erneuerbaren Quellen decken. Wasserkraft nutzen wir dabei ebenso wie Windkraft, Sonnenenergie und Biomasse", erklärt SWU-Geschäftsführer Matthias Berz.

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