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Vagantenbühne

30.04.2015

Schaurig-schön

Claudia Wieser-Koblofsky und Bernd Neuhäusler erzählten von der Wirbelwindhexe.
Bild: mde

Bei einem Walpurgis-Märchen-Abend werden in Roggenburg alte Sagen und Mythen wieder lebendig

Im normalen Leben heißen sie Claudia Wieser-Koblofsky, Gertrud Lutzenberger, Nadine Kuresch, Kuni Kodama-Deuschle und Bernd Neuhäusler. Aber auf der Vagantenbühne im Saal der Alten Roggenschenke verwandelten sie sich in Walpurgishexen und Zauberer – und entführten das Publikum als schaurig-schöne Märchenerzähler auf den feurigen Bocksberg, zu Väterchen Frost nach Russland oder in die japanische Feenlandschaft.

Ein „Walpurgis-Märchen-Abend“ war angesagt. Die Bühne war mit Besen, Hexenhüten, Eulen, Katzen und Klangschalen dekoriert, und bei geheimnisvollem Licht ging es mit Großväterchen, Zarewna Frosch oder Yoki Ona in die Welt der Sagen und alten Volksmärchen. Eine Fröschin wurde zur wunderklugen Wassilissa, ein unglücklicher Bauer erlag den Reizen der Wirbelwindhexe, Joringel fand für seine Jorinde die Blüte der Erlösung, der Teufel gebar dem König eine Tochter, und Mephisto versprach einem Nimmersatten einen Platz in der Hölle.

Die Vortragenden, die auch durch ihre Kleidung den Inhalt der Erzählungen unterstrichen, verstanden es, das Publikum durch Gestik und Modulation in die Welt der Märchen zu entführen. Mut und Tapferkeit, List und Liebe, Wünsche und Verwünschungen, Zauberei und Mystik, Glück und Unglück, Eifersucht und Tragik wechselten sich ab. Die Volksmärchen mit ihren alten und zum Teil mündlich überlieferten Texten eröffneten Erkenntnisse, die auch ein Licht auf unsere moderne Gesellschaft werfen.

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Märchen erzeugen Schwingungen

Die Mitglieder der Erzähltruppe sind im wahren Leben Krankenschwestern, Erzieher oder Psychotherapeuten und helfen mit ihrer Erzählkunst, Gleichgewicht in unstete Leben zu bringen. „Märchen erzeugen bestimmte Schwingungen und Stimmungen“, sagte Erzieher Bernd Neuhäusler zu Beginn der Veranstaltung. Die fast andächtige Stille, der anhaltende Beifall des Publikums und der Wunsch nach zwei Zugaben bewiesen, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer sich diesen Stimmungen auch nach zwei Stunden noch länger hingegeben hätten. (mde)

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