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Ulm/Ehingen

24.04.2015

Schlecker-Palast hat neuen Besitzer

Die Schlecker-Zentrale am Rande von Ehingen aufgenommen vor drei Jahren kurz vor dem Aus für den Konzern. Heute steht das prächtige Bauwerk weitgehend leer.
Bild: Jan-Philipp Strobel/dpa

Gesellschaft der Stadt Ehingen kauft Gebäude und plant dort Büros und Konferenzräume. Der frühere Firmenchef dürfte wohl auch weiter dort residieren

Ehingen Es wirkt surrealistisch wie sich der Glaspalast aus den Feldern zwischen Donau und dem Flüsschen Schmiech erhebt. Mehr als drei Jahre nach der Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker hat sich für die einstige siebenstöckige Zentrale in Ehingen ein Käufer gefunden. Wie die Stadt mitteilte, übernimmt sie die Immobilie zum 1. Juni vom Insolvenzverwalter. Der Kauf läuft demnach über die mehrheitlich von der Stadt Ehingen gehaltene BED Businesspark Ehingen Donau GmbH.

Künftig sollen in dem Gebäudekomplex Büros und Konferenzräume vermietet werden. Interessenten können die Flächen den Angaben zufolge am 19. und 20. Juni besichtigen. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt. Schlecker hatte Ende Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Rund 25000 Menschen verloren ihre Jobs.

Die Schlecker-Familie residierte zuletzt noch immer im einstigen Chefbüro, um von dort aus Geschäfte zu betreiben. Offiziell sitzt dort die CML Schlecker Immobilienverwaltung GmbH. Auch Gründer Anton Schlecker selbst kommt noch in die Zentrale: „Er nutzt die Büros in dem Gebäude noch“, sagte Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann.

Nach Angaben der Insolvenzverwaltung arbeiten in dem Komplex zudem rund 20 frühere Schlecker-Mitarbeiter an der Abwicklung des Unternehmens. Oberbürgermeister Baumann zufolge sollen sie die Büros auch weiter nutzen.

Mit dem Verkauf der Zentrale schließt Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eines der letzten großen Kapitel der Schlecker-Abwicklung. Übrig sind nach Angaben der Insolvenzverwaltung nun lediglich zwei Regionallager – eines im brandenburgischen Luckau und eines in Grevenbroich bei Düsseldorf. Für beide Immobilien gebe es aber bereits Gespräche mit Interessenten.

Das Zukunftskonzept des Businessparks BED nennt sich „BED-Partners“. Zunächst entsteht nach Angaben der Stadtverwaltung ein Bürozentrum auf 3000 Quadratmetern. Hier werden Büros für Unternehmen und Institutionen ganz nach individuellem Flächenbedarf angeboten. Das Angebot beginnt bei einem Büroraum für 199 Euro Kaltmiete (netto). Viele Arten von Bürodienstleistungen werden nach und nach ergänzend angeboten. Sechs Etagen mit jeweils 650 Quadratmeter Fläche werden voraussichtlich drei bis vier Unternehmen aufnehmen. Handwerker seien bestellt, um neue Eingänge und Empfangsbereiche zu schaffen.

Anton Schlecker feierte im letzten Jahr seinen 70. Geburtstag. Eine Welt brach wohl für den Patriarch zusammen, als sein Lebenswerk vor drei Jahren in sich zusammenbrach. 50000 Mitarbeiter hatte Schlecker zu Bestzeiten. 25000 Mitarbeiter verloren durch die Pleite ihren Job. 9000 Schlecker-Märkte gab es vor der Insolvenz im In- und Ausland. 73000 Euro zahlte ein Hilfsfonds an Ex-Mitarbeiter - eine Milliarde Euro forderten Gläubiger nach der Pleite. 10,1 Millionen Euro zahlte Anton Schleckers Familie an die Insolvenzverwaltung. (dpa/heo)

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