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Theater Ulm

28.02.2015

Schmerzen auf der Bühne – und im Publikum

„Es ist absurd und surreal, eine mir bislang unbekannte Art von Theater.“Premierenbesucherin Silvia Groner aus Ulm

„Der Goldene Drache“ spaltet die Premierenbesucher. Manche finden das Stück interessant, andere flüchten

Vorsichtiger Beifall, geteilte Publikumsmeinungen: Oliver Haffners Inszenierung des Schimmelpfennig-Schauspiels „Der Goldene Drache“ spaltete das Publikum bei der Premiere im Großen Haus des Theaters Ulm – in jene, die über das Stück nachdenken wollten, und jene, die empört und verstört das Theater verließen. Wut und Verweigerung begegneten der NUZ beim Versuch, nach der Premiere Stimmen zur Inszenierung einzufangen, dazu die Aussage, dass man wohl deshalb keine Pause angesetzt hatte, um das Publikum zu zwingen, bis zum Ende im Großen Haus zu verharren. Einige am Rand sitzende Zuschauer hatten ihrem Unmut bereits während des Stückes Luft verschafft und waren gegangen.

Markus Romes und seine Frau Margarete aus Ulm brauchten eine ganze Weile, bis sie sich ins Stück einfühlen konnten. „Zunächst sind da ja nur verschiedene Handlungsstränge, die nichts miteinander zu tun zu haben scheinen“, sagt Margarete Romes-Lamprecht. „Am Ende ist es dann toll, wie man mehr und mehr versteht und wie die Inszenierung alle Stränge auf eine Wurzel zurückführt und ein Weltdrama daraus baut.“ Ihr Mann pflichtet ihr bei: „Man muss sich total konzentrieren, um am Anfang die Fäden entwirren zu können und den Faden nicht selbst zu verlieren. Jeder spielt verschiedene Rollen, Männer sind Frauen, und Frauen spielen Männer. Es steckt ja ein Konzept von Zeit und Raum hinter den verschiedenen Ebenen, und wenn sich das erschließt, wird das Stück auch richtig interessant.“

„Ich brauche noch Zeit zum Nachdenken, aber ich sehe das Stück eher positiv“, sagt Silvia Groner aus Ulm. „Es ist absurd und surreal, eine mir bislang unbekannte Art von Theater, und man muss unheimlich konzentriert zuhören, um die Anlage des Stückes und das Geschehen zu begreifen. Insgesamt fand ich es gut. Auch das Bühnenbild hat mich angesprochen, und Aglaja Stadelmann war für mich die beste Schauspielerin des Abends.“

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„Ich find es schrecklich, wirklich“, sagt nach der Vorstellung eine verärgerte Zuschauerin, die ihren Namen – wie viele Empörte – lieber nicht nennen wollte. „Es ist eine Zumutung. So ein Scheiß! Mir ist ganz schlecht.“

„Manche Gags waren durchdacht“, sagt Hartmut Müller aus Ehingen. „Andere führten sich selbst ad absurdum. Ich kann nicht die Regieanweisung ,kurze Pause‘ sprechen und dann noch eine Sprechpause machen.“ Das Stück sei aber weder lustig noch mache es betroffen. „Es hat mich emotional nicht erreicht. In Summe war es langweilig und überflüssig.“ "Feuilleton

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