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Neu-Ulm

13.02.2015

Schmutziges Wasser statt sprudelnder Sekt

Umweltminister Franz Untersteller vor dem Versuchsaufbau, der die neue Kläranlage erklären sollte.
Bild: Brücken

Warum die Neu-Ulmer Kläranlage spätestens seit gestern zu den modernsten ihrer Art in Deutschland zählt.

Mit solch einer Technik wird künftig das Abwasser im Steinhäule von sogenannten Spurenstoffen befreit. Sie hat es dabei insbesondere auf Reste von Arzneimitteln und Hormone abgesehen, die immer mehr das hiesige Wasser verschmutzen. 39 Millionen Euro hat der Zweckverband– zu ihm zählen neben den Städten Ulm und Neu-Ulm noch mehrere Kommunen – in den vergangenen vier Jahren in die neue Anlage investiert. Diese steht nun zwar auf bayerischem Grund und ist damit laut Geschäftsführer Michael Potthast die erste ihrer Art im gesamten Freistaat, gefördert wurde sie jedoch vom Land Baden Württemberg und Geldern aus einem Europäischen Fonds.

Daher machte sich gestern auch Umweltminister Franz Untersteller auf den Weg über die Grenze, um das Klärwerk Steinhäule persönlich in Augenschein zu nehmen. „Es ist ein richtungsweisendes und eines der größten Abwasserprojekte im Land in den vergangenen Jahren“, erklärte er und bezeichnete den Bau der Anlage in Neu-Ulm als „unbedingt nötig“. Das Abwasser von rund 440000 Einwohnern werde hier gereinigt und die Verschmutzung durch Spurenstoffe ein immer wichtigeres Thema.

Medikamente im Abwasser als großes Problem

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Der demografische Wandel zu einer immer älter werdenden Gesellschaft und der Fortschritt der Medizin würden dazu führen, dass immer mehr Arzneimittelrückstände in Flüssen und Seen landen würden. Auch dank der begleitenden Forschung an der Hochschule Biberach sei das Klärwerk Steinhäule diesbezüglich nun ein Vorreiter.

Die Aktivkohle-Adsorptionsanlage ist die nunmehr die vierte Reinigungsstufe, die das Abwasser der Region künftig durchläuft. Bislang wurde dieses zunächst mechanisch, dann biologisch und schließlich chemisch gesäubert, ehe es wieder in die Donau geleitet wurde. Nun fließt das Wasser noch in einen Kontaktreaktor, indem Aktivkohlepulver die Spurenstoffe an sich bindet und dann in einem Filter hängen bleibt. „Hinten raus kommt zwar noch immer keine Trinkwasserqualität, aber das Wasser ist deutlich sauberer als jetzt“, erklärte Geschäftsführer Potthast.

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