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Ulm

11.03.2013

Schöner Wohnen – fast in Stuttgart

Das Quartier zwischen Bahnanlagen, Ehinger-Tor-Platz, Hindenburgring (B 10) und Blaubeurer Tor soll aufgewertet werden.
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Das Quartier zwischen Bahnanlagen, Ehinger-Tor-Platz, Hindenburgring (B 10) und Blaubeurer Tor soll aufgewertet werden.

Wie das günstig gelegene Dichterviertel am Bahnhof umgebaut werden soll

Von Oliver Helmstädter

Ulm Die Zukunft eines Quartiers mit besonderem Potenzial wurde nun zu Papier gebracht: Denn, wenn vom nahen Hauptbahnhof durch die Einbindung Ulms in die europäische Hochgeschwindigkeitszugstrecke Paris-Budapest die Landeshauptstadt in weniger als 30 Minuten zu erreichen ist, wird die Münsterstadt zu so etwas wie einem Stuttgarter Vorort. Zumindest aus Sicht von Stuttgartern auf Wohnungssuche, die dann plötzlich Ulm in die engere Wahl ziehen.

Wohin sich „Greater Stuttgart“ nahe der Ulmer Innenstadt entwickelt, haben aus Sicht der Jury eines städtebaulichen Planungswettbewerbs Berliner am besten definiert: Das Landschafts- und Architekturbüro Böhm, Benfer, Zahiri (Bbzl) hat jüngst den ersten Preis gewonnen. Und zwar eindeutig, wie Ulms Chefstadtplaner Volker Jeschek betont, habe sich der Entwurf gegen den Zweitplatzierten durchgesetzt. Bbzl schaffte es insbesondere durch Vermeidung von Einförmigkeit und eine gelungene Wegeführung, sich abzusetzen.

Unstrittig ist in Ulm, dass das Quartier zwischen Bahnanlagen, Ehinger-Tor-Platz, Hindenburgring (B 10) und Blaubeurer Tor auf Dauer nicht so bleiben kann: Denn mit dem Wohlklang der nach Goethe, Schiller, Hauff, Kleist und Mörike benannten Straßen kann die Atmosphäre dort nicht mithalten. Grundstücksbrachen, Nachkriegsbaracken, ein altes Reifenwerk und sanierungsbedürftige Mietshäuser prägen das Bild.

Der Siegerentwurf der Berliner Architekten sieht für das Quartier vier unterschiedliche Stadträume mit jeweils eigener Charakteristik vor. Dazu gehören: Innenstadt-Achse, Quartiersplatz, die Ufer entlang der Kleinen Blau und der Glacispark. Innenstadt-Achse und Quartiersplatz sind als städtisch geprägte Räume konzipiert und ermöglichen eine Erweiterung der angrenzenden Erdgeschossbereiche (Gastronomie, Läden) in den öffentlichen Raum hinein. Der Jury habe insbesondere die großstädtische hohe Dichte der Bebauung gefallen, die aber dennoch weder stur noch langweilig sei. 500 neue Wohnungen sollen in den nächsten zehn Jahren entstehen. Klug seien die Pläne auch, weil sie ohne Lärmschutzwand zur B10 auskommen. Aber trotzdem den Krach der Straße abschirmen könnten.

Die Kleine Blau wird im Entwurf beidseitig durch einen Uferweg gesäumt. Der Flusslauf erhält ein abwechslungsreiches Profil: Nördlich befestigt, südlich als großzügige, grüne Böschung. Der nördliche Uferweg verbindet unter der Autobahntrasse hindurch das Dichterviertel mit den westlich angrenzenden Vierteln.

Am Egginger Weg gibt es nur Zweitplatzierte

Der Großteil der notwendigen Grundstücke befindet sich bereits im Besitz der Stadt Ulm, sodass nach einer Weiterentwicklung der Entwürfe und Verabschiedung eines Bebauungsplans schon bald mit ersten Umsetzungen begonnen werden könne. Allerdings plane die Stadtverwaltung noch den Kauf weiterer Grundstücke. Drei Jahre wird es laut Jeschek wohl noch dauern, bis private Bauherren erste Häuser errichten können.

Egginger Weg Keinen Sieger gab es bei diesem Wettbewerb. Das am Oberen Kuhberg zwischen Egginger Weg und Grimmelfinger Weg gelegene Areal hat eine Größe von gut fünf Hektar und ist derzeit durch Schrebergärten und Streuobstwiesen geprägt. Die Flächen waren wie berichtet ursprünglich als Sporterweiterungsfläche vorgesehen und werden dafür nicht mehr benötigt. Ziel ist ein dichter Geschosswohnungsbau, übersichtlichen Einheiten und unterschiedlichen Gebäudetypologien. Mit dem neuen Wohnquartier soll ein breites Spektrum an Wohnungsangeboten mit einem Mix aus verschiedenen Wohnungstypen und –größen angeboten werden. Allerdings kürte die Jury einstimmig keinen ersten Sieger. Die Architekten der beiden zweitplatzierten Arbeiten (Umbau-Stadt aus Weimar und Kawahara Krause Architekten aus Hamburg wurden aufgefordert, ihre Entwürfe weiterzuentwickeln, wie Jeschek sagt. Kawahara Krause setzen auf drei hofartige Quartiere mit grünen Innenräumen. Die Weimarer gruppieren versetzt Wohnblöcke um eine verkehrsberuhigte Erschließungsstraße.

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