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Ulm/Neu-Ulm

02.03.2020

Schranke und Schleuse wirkungslos: Lastwagen donnert über Gänstorbrücke

Arbeiter installieren die neue Schranke an der maroden Gänstorbrücke. Die erste Schranke war erst Ende der vergangenen Woche aufgebaut und schon kurz danach beschädigt worden.
Bild: Thomas Heckmann

Plus Nur wenige Tage nach dem Aufbau zerstören rücksichtslose Fahrer die Schranke am maroden Bauwerk. Und eine andere Sicherheitsvorkehrung läuft ins Leere.

Die Regel-Ignoranz der mancher Kraftfahrer scheint grenzenlos zu sein. Auch am Wochenende überquerten Lastwagen verbotenerweise die Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm. Außerdem wurde bereits am Freitag die Schranke der Busspur auf Neu-Ulmer Seite beschädigt – kurz nachdem sie in Betrieb genommen worden war.

Um die marode Gänstorbrücke über die Zeit bis zum Neubau retten zu können, hat die Stadt Ulm ursprünglich das Überqueren durch schwere Lastwagen untersagt. Doch die Schilder wurden regelmäßig ignoriert, auch von Schwertransporten mit mehr als 60 Tonnen Gewicht. Deswegen ließen die Verantwortlichen stufenweise Höhen- und nun auch Breitenbegrenzungen einbauen. Eine Überwachungsanlage im Inneren der Brücke wacht über die Schwingungen und Verformungen der Brücke. Für diese technische Absicherung wurden bisher rund 250000 Euro investiert. Derzeit dürfen keine Lastwagen mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht über die Brücke fahren und auch alle Fahrzeuge mit mehr als 2,10 Metern Breite sind von der Donauüberquerung an dieser Stelle ausgeschlossen.

Ärger um die marode Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm

Seit Donnerstag gibt es eine separate Busspur für die Stadtbusse sowie für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge, die mit einer automatischen Schranke verschlossen ist. Schon am zweiten Tag fuhr ein Auto dagegen, der Verursacher beging Unfallflucht, am Montag tauschten Mitarbeiter der Stadt Ulm schließlich die beschädigte Schranke aus.

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Betonelemente an der Pkw-Fahrspur verengen die Fahrbahn – allerdings nur so weit, dass auch Autos , die etwas breiter als die erlaubten 2,10 Meter sind, über die Gänstorbrücke kommen. Gerade, weil vielen Autofahrern unbekannt ist, dass die beschilderte Angabe sich auf die absolute Breite einschließlich der Außenspiegel bezieht, hat die Stadt bisher Platz gelassen. Am Samstag kursierte auf Facebook ein Foto eines Lastwagens mit Traunsteiner Kennzeichen aus der 7,5-Tonnen-Klasse, der mit einer Karosseriebreite von 2,30 Metern noch durch die Betonbarriere fuhr.

Es muss aber noch mehr Platz sein, denn am Wochenende löste die automatische Warnanlage aus: Ein Lastwagen mit mehr als 15 Tonnen hatte sich zwischen den Barrieren hindurchgezwängt. Eine automatische Kamera machte Aufnahmen vom Fahrzeug , die Ermittlungen laufen. Nun finden Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und dem Polizeipräsidium statt. Es geht um die Frage, um wie viele Zentimeter der Freiraum zwischen den Betonelemente noch verengt wird, damit die Lkw wirksam aufgehalten werden. Mit jedem Zentimeter steigt aber auch das Risiko, dass unsichere Pkw-Fahrer ihr Fahrzeug beschädigen.

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