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Theater Neu-Ulm

16.08.2012

Schritt für Schritt zur neuen Spielstätte

Freuen sich schon auf die neue Spielstätte: Claudia Riese und Heinz Koch vor dem Eingang des Theaters in der Hieberpassage.
Bild: Roland Mayer

Claudia Riese und Heinz Koch arbeiten mit Volldampf auf das Eröffnungsfest in der Hieberpassage hin

Neu-Ulm Jeden Tag tut es derzeit im neuen Theaterdomizil in der ehemaligen Hieberpassage einen Ruck in Richtung Eröffnung. Die Schaufensterfront ist fast komplett. Die Bühne steht. Das Fundament der aufsteigenden Zuschauertribüne ist gut erkennbar. Der Toilettenraum ist schon abgezirkelt, muss aber noch mit den nötigen Utensilien bestückt werden. Auf ihr Fest zur Neueröffnung ihres Theaters Neu-Ulm am Freitag, 21. September, um 17.30 Uhr arbeiten Claudia Riese und Heinz Koch mit Hochdruck hin. Aus Kostengründen legen sie an allen Ecken und Enden selbst Hand an, entscheiden sich aus Angeboten für die günstigsten Varianten. Hauptkriterium: Es muss funktionieren. „Ich freue mich auf den Zeitpunkt, wo wir uns wieder voll um dramaturgische Belange und den Spielplan kümmern können“, sagt Claudia Riese.

Der gültige Mietvertrag war nach Besitzerwechsel im Konzertsaal, der im Oktober zugunsten eines neuen Wohnparks abgerissen werden soll, auf 30. Juni dieses Jahr gekündigt worden. Leer geräumt haben die beiden Theatermacher ihre alte Spielstätte Ecke Silcher-/Krankenhausstraße bis auf ein paar Reste im Großen Saal. Zeitverzögerungen ergaben sich beispielsweise auch dadurch, dass das Schild der alten Schaufront am ehemaligen Theatereingang zu groß war für die neue Kleinkunstbühne in der ehemaligen Schlecker-Filiale. Das alte Material konnte nicht übernommen werden, so ergaben sich zeitliche Verzögerungen. Seit gestern ziert diese „Visitenkarte“ den neuen Schauplatz.

Geld ist knapp – der Umbau kostet

„Es geht vorwärts“, sagen Heinz Koch und Claudia Riese. Aber aufgrund schwer kalkulierbarer Unstimmigkeiten und Geldknappheit kommt es halt immer wieder zu kleinen Verzögerungen beim theatergerechten Umbau zur neuen Spielstätte. So hat der Neu-Ulmer Haupt- und Finanzausschuss zwar ein zinsloses Darlehen in Höhe von bis zu 75000 Euro bewilligt, das an geltende Regelungen der Darlehensbedingungen für sport- und kulturtragende Vereine angelehnt ist. Aber, so bedauern Riese und Koch, von der Stadt sei bislang nichts darüber hinaus gekommen. Wie die Stadtverwaltung bereits Ende Juli verlauten ließ, werde der Spielbetrieb in der neuen Spielstätte auch weiterhin mit dem bisherigen Zuschuss in Höhe von 100000 Euro unterstützt. Im Herbst sind Haushaltsberatungen. Da wollen Riese und Koch einen leicht erhöhten Zuschussbedarf formulieren. Denn von ihrer Gesamtkalkulation fehlen ihnen noch immer rund 70000 Euro. Den Auszug aus dem Konzertsaal und Umbau in der Hieberpassage beziffern sie mit rund 292000 Euro, die Kaufsumme auf 450000 Euro, für die Heinz Koch auch seine Lebensversicherung eingesetzt hat.

„Auch der Umzug hat was gekostet“, betonen Riese und Koch, die den ganzen Sommer über so gut wie keine Verschnaufpause einlegen können. In der noch nicht fertigen neuen Spielstätte stehen ihnen gut 200 Quadratmeter zur Verfügung. Und mit dem leer stehenden, ehemaligen eBay-Laden direkt nebenan tut sich in Sachen Kleinkunst womöglich noch ein zusätzlicher Nebenschauplatz auf. Angedacht ist eine dem Theater angeschlossene Galerie. In der Nachbarimmobilie, die der Besitzer zum Teil als Büro zu nutzen gedenkt, werden bei der mit Musik untermalten und szenisch gestalteten Eröffnung mit Festrednerin Beate Merk am Freitag, 21. September, ab 17.30 Uhr Bilder des abstrakt-figürlichen Malers und Installationskünstlers Helmut Koch, dem jüngeren, aus Mühlheim/Ruhr stammenden Bruder des Neu-Ulmer Theatermachers, gezeigt.

Pocketklassiker-Preis wird im September verliehen

Die Preisverleihung des „Steinle“-Awards aus dem Pocketklassiker-Festival erfolgt dann am Donnerstag, 27. September, um 20 Uhr an Gewinner Bernd Kohlhepp, der zu „Herr Hämmerle – Der König von Bempflingen“ mit seinem Best-of-Programm in Neu-Ulms frisch renovierte, für etwa 75 Zuschauer angelegte neue Theaterbühne anrückt. „Wir haben trotz Zeitdrucks ein gutes Gefühl“, sagen Heinz Koch und Claudia Riese. Sie hoffen, dass ihr Kultureinsatz auch bei der Bevölkerung auf positive Resonanz stößt. Denn: „Wir brauchen bei unseren Theaterfans auch hier das Gefühl, dieses ‚Aha, ich bewege mich ins Theater‘.“

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