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Landkreis Neu-Ulm

14.03.2020

Schulen schließen wegen Corona: „Ferien“, die Sorgen bereiten

Vor den Schulen kommt keine Ferienstimmung auf. Auch die Eltern machen sich Sorgen um die Betreuung ihrer Kinder.
Bild: Sophia Huber

Plus Ab Montag ist „virusfrei“ an den Schulen im Landkreis. Was Schüler und Eltern dazu sagen.

Jacqueline Schanz und ihr Mann Thorsten sind ziemlich ratlos. Beide sind berufstätig, sie wissen nicht, wie sie in den kommenden Wochen die Betreuung ihrer Tochter regeln sollen. „Klar kann Vivien auch mal alleine daheim sein“, sagt die bei einem großen Einzelhandelskonzern beschäftigte Burlafingerin. Doch eine Dauerlösung sei das nicht für eine Elfjährige. Im Gegensatz zu anderen Familien haben die drei noch Glück: Immerhin wohnen ihre Schwiegereltern auch in Burlafingen. Doch auch hier seien die Kapazitäten begrenzt. Mal ganz abgesehen davon, dass Professor Christian Drosten, der medienpräsente Leiter der Virologie an der Berliner Charité, empfahl, die Kinder aufgrund der Corona-Gefahr nicht zu den Großeltern zu bringen.

Kinder aus Neu-Ulm weinen, weil die Schule ausfällt

Eine Mischung aus kindlicher Freude über schulfrei und Trauer herrschte am Freitag an der Neu-Ulmer Grundschule in der Stadtmitte. Lehrer berichten, dass auch Tränen bei den Kleinen flossen. Denn viele Kinder gehen gerne in die Schule. Um 12.45 Uhr versammeln sich viele Eltern vor der Schule. Und es gibt nur ein Thema: „Corona-Ferien“.

„Wir haben jetzt ein Problem“, sagt Gabriela Weinberger, die ein Kind in der dritten Klasse hat. Sie und ihr Mann seien berufstätig. Nicht viel anders geht es Dragica Lazic. „Ich muss mir jetzt Urlaub nehmen.“ Sie zwei Wochen und dann wohl ihr Mann auch zwei Wochen. Ausreichen würde der Jahresurlaub dafür eigentlich nicht, schließlich seien andere Ferien schon verplant. Schulrektorin Beate Altmann rechnet damit, „Notgruppen“ einzurichten. Frei haben die Lehrer an der Grundschule in der Stadtmitte erst mal nicht: Dienstbeginn ist am Montag um 9 Uhr.

Schulen schließen wegen Corona: „Ferien“, die Sorgen bereiten

Ähnlich ist die Situation in Vöhringen. Gegen 12 Uhr herrscht eher gedrückte Stimmung an der Bushaltestelle der Grund- und der Realschule. „Es sind keine Ferien, sondern Schule zu Hause – das hat unsere Lehrerin gesagt“, erzählt der zehnjährige Matteo. Er und seine Kumpels haben ziemlich schwere Schulranzen und Turnbeutel dabei: „Wir mussten alle Hefte und Bücher aus dem Klassenzimmer mitnehmen“, sagt Lukas aus der sechsten Klasse. Auch wenn es keine richtigen Ferien sind, freuen sich die Realschüler auf das Ausschlafen.

Corona gefährdet Prüfungen

Einige Zehntklässler finden den Ausfall gar nicht gut. „Wir wissen noch gar nicht, was mit unseren Abschlussprüfungen passiert“, sagt der 15-jährige Johannes. Daneben beschweren sich die Neuntklässlerinnen, dass ihre Projektpräsentation, für die sie lange gearbeitet haben, ausfällt. „Vielleicht dürfen wir unser Praktikum nach Ostern auch gar nicht machen“, erzählt eine 14-jährige Schülerin. Sie befürchten auch, dass sie nach Ostern alle Prüfungen auf einmal schreiben müssen. Auch die mündliche Englischprüfung wäre eigentlich noch vor den Ferien angestanden.

Flurije Morina aus Vöhringen holt ihre beiden Kinder ab: „Ich bin einerseits froh, dass sie sich nicht in der Schule anstecken können, andererseits will ich gar nicht wissen, was noch alles auf uns zukommt.“ Eine andere Mutter klingt ähnlich: „Ich habe das Glück, dass ich zu Hause bin, denn ab Montag darf ich das Ferienprogramm für meine vier Kinder machen.“ Die Frage sei allerdings noch, wie das genau aussehen soll.

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