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04.03.2009

Schwächelnde Wirtschaft lässt Müllmengen schrumpfen

Landkreis Die aufgrund der weltweiten Finanzkrise schwächelnde Wirtschaft hat möglicherweise Auswirkungen auf die Müllverbrennungsanlage in Weißenhorn. Die Werkleitung des landkreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) rechnet, dass 2009 und in den Folgejahren weniger Abfall angeliefert werden wird. Das geht aus einem Bericht zur wirtschaftlichen Situation des AWB hervor, mit dem sich der Werkausschuss des Kreistags am Mittwoch beschäftigte.

Werkleiter Günter Kunz kalkuliert für das laufende Jahr mit 96 000 Tonnen Abfall (2008 waren es 99 897 Tonnen, das Jahr zuvor 99 368 Tonnen). Dass das Jahressoll 2009 erreicht werden kann, erscheint wahrscheinlich: Im Monat Januar wurden bereits 9301 Tonnen angeliefert.

Die AWB-Leitung geht nach derzeitigem Kenntnisstand davon aus, dass 2008 "voraussichtlich" ein Überschuss von über sechs Millionen Euro erwirtschaftet werden konnte - zum größten Teil aber sozusagen bilanztechnisch. De facto ist dem Betrieb ist durch die Zockeraffäre um Zinsderivatgeschäfte 2008 ein Schaden von 2,17 Millionen Euro entstanden.

Der rechnerische Überschuss liegt aber nur zum kleineren Teil an der vollen Auslastung der Müllöfen: Eine Million dieses Überschusses resultiert beispielsweise aus der zeitlichen Verschiebung bestimmter Vorhaben auf 2009 - das Geld wurde schlichtweg nicht ausgegeben.

Schwächelnde Wirtschaft lässt Müllmengen schrumpfen

Zudem waren nach Bekanntwerden der Spekulationsgeschäfte im April 2008 wegen "Drohverlusten" Rückstellungen in Höhe von 4,93 Millionen gebildet worden, die sozusagen auf die Bilanz des Jahres 2007 rückdatiert worden waren. Die Auflösung der sogenannten Swaps kostete allerdings weniger, sodass buchhalterisch der nicht benötigte Rest der Rückstellungen als ein "Ertrag" in Höhe von 2,68 Millionen Euro für 2008 verrechnet wurde.

Die höheren Umsatzerlöse machen 600 000 Euro aus. Mit dazu beigetragen hat auch die gestiegene Stromeinspeisung ins öffentliche Netz: 2008 wurden knapp 43 Millionen Kilowattstunden im Müllkraftwerk produziert, im Jahr zuvor waren es circa 39,3 Millionen Euro.

Zwar bewegt sich der AWB derzeit noch im Rahmen der kalkulierten Müllmengen ("Größere Abweichungen sind bisher noch nicht zu erkennen."), jedoch befürchtet die Werkleitung, dass die Abfälle "zur energetischen Verwertung" aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation weniger werden.

Daneben werden sinkende Rohstoffpreise prognostiziert, die Mindereinnahmen beim Verkauf von Altpapier und bei der Verbrennung ("Wertstoffvermarktung") anfallendem Schrott zur Folge haben.

In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass es für den AWB wichtig sei, die Zusammenarbeit mit Müllanlieferern aus anderen Kommunen (z. B. Landkreis Unterallgäu) "langfristig zu sichern und weiter auszubauen".

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