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Ulm

17.01.2019

"Schwanensee": Ein Ballett wie im Märchen

Elegant und märchenhaft: Die Tänzerinnen und Tänzer des weißrussischen Bolschoi-Staatsballetts erwiesen sich im CCU als Spitzenkönner.
Bild: Felix Oechsler

Das weißrussische Bolschoi-Staatsballett zeigt im Congress Centrum Ulm eine klassische Version von Tschaikowskys „Schwanensee“ – mit interessanten folkloristischen Anklängen.

Viele kleine Mädchen in zarten Kleidern stiegen mit ihren Eltern gebannt die Treppen des CCU hinauf: Ein Auftritt des weißrussischen Bolschoi-Staatsballetts, das sich auf seinen Tourneen klassischen Aufführungen der großen Ballettmusiken Tschaikowskys widmet, ist gerade für Ballettschülerinnen ein Erlebnis. Und nicht nur für sie. Das Ensemble bietet auf seinen Tourneen klassischen Spitzentanz auf allerhöchstem Niveau und Solisten, die Preisträger internationaler Wettbewerbe sind. Umjubelt war deshalb auch der diesjährige Ulmer Auftritt des Ensembles.

Eine Märchenschloss-Kulisse à la Neuschwanstein – hier lebt in Alexandra Tichomirowas „Schwanensee“-Choreografie Prinz Siegfried (Jegor Azarkewitsch), dessen Mutter ihm zur Feier seiner Volljährigkeit einen Ball veranstaltet und ihm dabei gleich den Auftrag gibt, sich unter den präsentierten Schönheiten eine Braut zu wählen. Siegfried aber hat sich am Vorabend in eine junges Mädchen – Odette – verliebt, die als verzauberter Schwan auf einem See im Wald leben muss. Und wie es bei Märchen so ist: Bevor die Liebe des Prinzen den Bann des bösen Zauberers Rotbart brechen und die Schwanenprinzessin und ihre Gefährtinnen erlösen kann, muss sie leiden und eine Prüfung bestehen. Diese besteht vor allem in der Verführung durch Odile, der schönen Tochter des Zauberers, der der Prinz aufgrund der Ähnlichkeit versehentlich seine Treue schwört, wie er sie Odette geschworen hat.

Die Doppelrolle in "Schwanensee" ist die größte Herausforderung

Die Doppelrolle von Odette und Odile, der Schwanengleichen im schwarzen respektive weißen Tütü, ist – mitten in der Pracht der höfischen Kostüme – die größte Herausforderung von „Schwanensee“, und mit welcher Leichtigkeit und scheinbaren Mühelosigkeit die graziöse Jana Schtangei die flügelschlagenden vogelartigen Bewegungen der Schwanenprinzessin ausführt, ist faszinierend. Neben den hohen Ansprüchen muss die Solistin auch dem schauspielerischen Wechsel vom guten zum bösen Charakter und wieder zurück genügen, was großartig gelingt. Federnd und hoch sind die Sprünge und Arabesken von Jegor Azarkewitsch, einem Finalisten beim Rudolf-Nurejew-Ballettwettbewerb, der den jugendlichen Prinzen elegant mimt. Die Herzen des Publikums schlagen aber besonders auch für den Hofnarren, der in komplementärer Ergänzung der höfischen Eleganz der Gesellschaft den Spiegel vorhält. Immer wieder schön sind die Tänze der Festgäste, die aus verschiedenen Ländern zum Ball gekommen sind: Csardas, Bolero, Tarantella und Mazurka werden – in folkloristisch verbrämter Eleganz – von den Festgästen getanzt: Zu Tschaikowskys Lebzeiten war es chic, andere Kulturen parodierend in den Figuren Kostümierter bei einem Fest einzusetzen; auch in Tschaikowskys anderer großer Ballettmusik „Der Nussknacker“ treten Figuren aus dem Morgenland, aus China und Spanien auf.

Nach fast drei Stunden – mit zwei Pausen – feierten die Zuschauer mit großem Jubel das Staatsballett.

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