Newsticker
Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise schon am Dienstag
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Schwerer Unfall im Müllheizkraftwerk Weißenhorn: "Müssen das erst verarbeiten"

Weißenhorn

09.12.2020

Schwerer Unfall im Müllheizkraftwerk Weißenhorn: "Müssen das erst verarbeiten"

Im Müllheizkraftwerk Weißenhorn ist ein schlimmer Unfall passiert.
Bild: Alexander Kaya

Plus Ein 24-Jähriger gerät im Müllheizkraftwerk Weißenhorn mit seinen Beinen in eine Ballenpresse. Ihm droht eine Amputation. Was sagt die Werksleitung zum Vorfall?

Im Müllheizkraftwerk in Weißenhorn hat sich am Dienstag gegen 16.30 Uhr ein folgenschwerer Unfall ereignet. Ein 24-jähriger Arbeiter einer Fremdfirma geriet mit seinen Beinen in eine Ballenpresse. Zwar stehen noch weitere Operationen am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm aus, doch nach derzeitigem Stand ist nach Angaben der Polizei davon auszugehen, dass ein Bein nicht gerettet werden kann und amputiert werden muss.

Thomas Moritz, Werksleiter im Müllheizkraftwerk, beschreibt die Stimmung in der gut 75-köpfigen Belegschaft nach dem tragischen Vorfall als "gedrückt". Gerade so kurz vor Weihnachten gebe das einem schon zu denken, sagt er. "Wir haben alle Mitarbeiter informiert. Jetzt hoffen wir das Beste für den Verunglückten und drücken ihm die Daumen."

Polizei ermittelt nach Unfall im Müllheizkraftwerk Weißenhorn

Wie es dazu kommen konnte, dazu könne er keine Angaben machen. "Ich war nicht dabei und an Mutmaßungen beteilige ich mich nicht", so Moritz. Zudem halten die Ermittlungen der Polizei noch an. Die Staatsanwaltschaft zieht in Erwägung, einen Gutachter hinzuziehen, um die Unfallursache und den genauen Unfallhergang feststellen zu können.

Beim Arbeitgeber des 24-Jährigen ist man auch am Tag nach dem Unglück noch immer geschockt. "Das ist alles noch so frisch, wir müssen das erst einmal verarbeiten", sagt Christoph Hoffmann vom Entsorgungsbetrieb Stark in Lindau am Bodensee im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Zusammenarbeit mit dem Müllheizkraftwerk bestehe bereits seit vielen Jahren. Laut Werksleiter Moritz seien die Arbeiten immer in "vollster Zufriedenheit" erledigt worden.

Arbeiter kommt mit beiden Beinen zwischen die Kettenglieder der Förderkette

Laut Polizei sei der 24-Jährige aus bisher ungeklärten Gründen auf das Förderband der sogenannten „Ballierungsmaschine“ geklettert, mit der normalerweise Hausmüll mittels Folien zu Ballen gepresst wird. Dabei sei der Mann mit beiden Beinen zwischen die Kettenglieder der Förderkette gesackt, die sich weiterdrehte und ihm so beide Beine brach.

Ein Kollege des jungen Mannes, der sich nach Polizeiangaben zu dieser Zeit nicht am Unfallort befand, hörte die Schmerzschreie des 24-Jährigen und eilte zu ihm. Er stoppte die Presse und versuchte, das Unfallopfer aus der Maschine zu befreien. Die Beine des Geschädigten waren laut Polizeibericht jedoch so in die Kette verwickelt, dass er von Kräften der Feuerwehr Weißenhorn aus der Maschine befreit werden musste.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren