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Burlafingen

21.03.2015

Sechs Meter Tradition

Seit Tagen schnippeln, basteln, stecken und verzieren Mitglieder der Trachtengruppe den Osterbrunnen, der am heutigen Samstag aufgestellt wird.
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Seit Tagen schnippeln, basteln, stecken und verzieren Mitglieder der Trachtengruppe den Osterbrunnen, der am heutigen Samstag aufgestellt wird.

In Burlafingen wird seit Tagen gesteckt und verziert – am Samstag wird der Osterbrunnen aufgestellt, am Sonntag (vielleicht) gefeiert

Eine gesellige Frauen- und Männerrunde der Historischen Trachtengruppe Burlafingen traf sich jüngst vor der ausgedienten Zeh-Scheune, um gemeinsam zu schnippeln und zu binden: Es entstanden die grünen Bänder, zwischen 70 und 80 Meter, für den traditionellen Osterbrunnen. Am Sonntag soll ab 14.30 Uhr (nur bei schönem Wetter) ein Fest rund um das Prachtstück gefeiert werden, der Erlös kommt der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, zugute.

Bereits im tiefsten Winter saßen die Frauen mit ihrem Vorsitzenden Horst Müller Woche für Woche zusammen, um neue Eier mit Acrylfarben bunt zu bemalen und die vorhandenen Eier wieder aufzupäppeln. „Zwischenzeitlich haben wir etwa 5000 bunte Eier, teils ausgeblasene Hühnereier und solche aus Plastik“, informiert die stellvertretende Vorsitzende Renate Müller. Ob kirchliche Motive, Ostergrüße, Ornamente oder Blumen, der Fantasie wurden dabei keine Grenzen gesetzt.

Der nächste Akt: Horst Müller und sein Team haben in den letzten Tagen auf Traktor-Anhängern Grünzeug beispielsweise Buchs, Eibe und Tanne, gesammelt und in der Zeh-Scheune deponiert. „In allen Burlafinger Gärten haben wir „geräubert“, sagen die Frauen lachend. Nun packten rund 20 fleißige Heinzelmännchen etwa fünf Stunden lang an, um Girlanden für die Brunnen-Krone und die acht Brunnenketten mit Grünzeug zu verzieren – das Gestell des Brunnes ist aus Metall geschmiedet und rund vier Meter hoch – ohne Krone und Kreuz. Finanziert und organisiert wird der Prachtbrunnen von der Trachtengruppe, für rund 300 Euro Materialkosten.

Etwas Neues haben sie sich in diesem Jahr einfallen lassen: Renate Müller hat in Eigenleistung bereits zu Hause zwei 1,50 Meter hohe Eier verziert, die dann zusätzlich den insgesamt etwa sechs Meter hohen Osterbrunnen schmücken werden. Weshalb widmen sie sich solch einer aufwendigen Arbeit? Man pflege die Tradition, obwohl sie hier in der Region nicht so verbreitet sei, sagt Renate Müller. Außerdem habe man etliche Wochen einen wunderschönen Ortsmittelpunkt. Am Samstag wird der Prachtbrunnen aufgestellt. (az)

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