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Stadtentwicklung

20.01.2015

Sedelhöfe: Neuer Investor, neue Pläne

Mit den Sedelhöfen soll in Ulm ein Stadtquartier zum Einkaufen, Wohnen und Arbeiten entstehen. Doch bisher ist an der Bahnhofstraße nur eine Brache zu sehen. Mindestens ein Jahr bleibt es hier noch wüst und leer.
Bild: Andreas Brücken

Nach langem Tauziehen wird offenbar die Firma DC Commercial das Einkaufsquartier bauen. Die Hamburger bringen ihre eigenen Vorstellungen mit. ECE war auch interessiert  

Es geht zwar nicht zurück auf Los mit den Sedelhöfen, aber die Pläne von MAB landen wohl im Papierkorb. Ein Investor aus Hamburg wird wohl stattdessen seine Ideen umsetzen: Wie eine Sprecherin der Firma DC Commercial, eine Tochter des Immobilienspezialisten Dahler & Company,  auf Anfrage mitteilte, sei das Interesse im Haus am Bau des Einkaufsquartiers sehr groß. Details sollen aber erst bei einer Pressekonferenz, die für den 29. Januar geplant ist, verraten werden. Am Vorabend tagt nicht-öffentlich der Ulmer Gemeinderat, um den Austausch des Gesellschafters der extra für die Sedelhöfe gegründeten Projektgesellschaft, zu beraten.

Während sich MAB zugeknöpft gibt („wir können im Moment nichts bestätigen oder dementieren“) ist Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner die Erleichterung anzumerken: „Wir sind sehr froh, dass ein Nachfolgeunternehmen gefunden wurde.“ Die Stadtverwaltung sei bei der Suche eines neuen Investors für die in Auflösung begriffene Immobilientochter der Rabobank, MAB, durchaus eingebunden gewesen. „Wir kaufen ja nicht die Katze im Sack.“ Und DC Commercial sei eine seriöse Adresse. Das hieß es bei der MAB freilich auch, als die Firma im April 2012 den Zuschlag für den Bau des 130-Millionen-Euro-Projekts bekam. Ein Jahr später wurde die Abwicklung des Investors verkündet.

Eine Abwicklung von DC Commercial ist allerdings in der Tat nicht zu erwarten. Geld steckt in der Firma unter anderem von der reichen Verlegerfamilie Jahr, bekannt durch „Gruner + Jahr“. Wie Ulms Oberbürgermeister sagt, wird der neue Investor kaum auf den Plänen von MAB aufbauen. An den Grundzügen des Einkaufsquartiers, wie sie einst in Gemeinderat festgelegt wurden, ändere sicht aber nichts. Das heißt, auch DC Commercial wird ein offenes Quartier bauen müssen, das ein bestimmtes Kontingent an Wohnungen beinhaltet. Auch darf die Einzelhandelsverkaufsfläche 18000 Quadratmeter nicht überschreiten. Weitere Eckpunkte sind der Ersatzbau für McDonalds und eine Andienungsmöglichkeit für den Sedelhöfe-Nachbarn Sport-Sohn.

Mit Hochdruck, so Gönner, würde DC Commercial bereits an den neuen Plänen arbeiten. Erste Entwürfe, die er bereits gesehen habe, seien vielversprechend. Mit der Vermutung, dass die Pläne von MAB sowieso nicht umgesetzt werden, verzichtete die Stadtverwaltung auf eine Veröffentlichung des bereits vom Gemeinderat abgesegneten Bebauungsplans. Was bedeutet, dass dieser nicht rechtskräftig ist. In einem laufenden Bebauungsplanverfahren können Änderungen nämlich leichter vorgenommen werden. Gönner rechnet damit, dass es etwa ein Jahr dauert, bis Baurecht hergestellt ist und der der neue Investor mit der Errichtung des Quartiers beginnen kann. Ein Quartier, von dem Lothar Schubert, der Geschäftsführer von DC Commercial ganz offenbar überzeugt ist. „Entweder man brennt für das Projekt oder man lässt es“, zitierte ihn im vergangenen Jahr die Immobilien Zeitung in einem Artikel über sein Geschäftsprinzip. In Mittelstädten, eine Kategorie der Ulm zuzuordnen ist, gehe DC Commercial keine Kompromisse ein. Auch das passt zur Lage der der Sedelhöfe. Bisher lohnten ich die Geschäfte des Immobilienentwicklers offenbar immer: Die Immobilien Zeitung nennt Beispielobjekte, die später beim – für DC Commercial offenbar selbstverständlichen – Verkauf, Renditen von zwölf bis 18 Prozent einbrachten. Die finanziellen Auswirkungen für die Stadtkasse werden den Gemeinderat interessieren, wenn er kommende Woche den Einstieg von DC Commercial absegnen soll. Wie mehrfach berichtet, zahlte die Verwaltung 30 Millionen Euro für die Grundstücke, auf denen das Einkaufsquartier entstehen wird. Ein Verlustgeschäft war nicht geplant: Mindestens diese Millionensumme – plus den Kosten für die vorübergehende Unterbringung von Mc Donalds im Container – hätte der Deal eigentlich einbringen sollen. Ob das Projekt für die Stadt ein Verlustgeschäft wird, ist erst nach Vertragsunterzeichnung klar.

Der zweite heiße Sedelhöfe-Kandidat war Strabag Real Estate und ist aus dem Rennen. Der Kölner Baukonzern hätte nach eigener Auskunft ECE, den Betreiber der Neu-Ulmer Glacis-Galerie mit im Boot gehabt. Konkrete Gespräche mit MAB und der Stadtverwaltung seien geführt worden. Es habe sich jedoch herausgestellt, „dass das Projekt unter den gegebenen Rahmenbedingungen für uns uninteressant ist“.

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