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Weißenhorn/Illerberg

23.02.2021

Selbstbedienung: Auch in Illerberg gibt es jetzt Eier zum Mitnehmen

Seit 2014 verkauft Reinhold Herdegger Eier, es begann mit einem Kühlschrank vor seinem Haus in Weißenhorn.
Bild: Victoria Bonn-Meuser, dpa (Symbolfoto)

Plus Reinhold Hardegger verkauft Eier zur Selbstbedienung in Ständen in Weißenhorn und Illerberg. Er vertraut auf die Ehrlichkeit der Kunden und will expandieren.

Seit Kurzem steht an der Oberen Hauptstraße vor der ehemaligen Sparkassen-Filiale in Illerberg ein kleiner Stand mit einem Kühlschrank voller Eierschachteln. Von einem Verkäufer fehlt jede Spur. "Freilandeier - Selbstbedienung" verkündet ein Schild, eine kleine Kasse ist daneben eingelassen. Wie läuft der Eier-Handel? Und wie funktioniert er?

Eier aus der Region zur Selbstbedienung gibt es seit Kurzem an diesem Verkaufsstand in Illerberg.
Bild: Carolin Lindner

Ein weiteres Schild weist darauf hin, dass die Hühner in Freilandhaltung in Biberberg leben und die Eier innerhalb von vier Wochen verbraucht werden sollten. Die Legedaten sind auf den Schachteln vermerkt. Es wirkt wie eine Geschäftsidee aus der Corona-Krise - ist es aber nicht. Der Betreiber aus Weißenhorn erklärt die Hintergründe.

Hinter dem Stand steckt Reinhold Hardegger, der 2010 in seiner Freizeit mit der Hühnerhaltung angefangen hat. Seit 2014 verkauft er die Eier aus einem Kühlschrank vor seinem Haus in Weißenhorn. "Zuerst habe ich die Eier noch ausgefahren", erzählt der hauptberufliche Landschaftsgärtner. "Aber das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Bei einem klassischen Verkaufsstand hätte ich dasselbe Problem." Seine Lösung: Selbstbedienung und damit gleichzeitig auf die Ehrlichkeit der Menschen zu vertrauen. Denn theoretisch könnte sich jeder einfach Eier aus dem unverschlossenen Kühlschrank nehmen, ohne sie zu bezahlen.

Eier zur Selbstbedienung in Illerberg: Wie funktioniert das?

Hardegger aber hat weitgehend positive Erfahrungen mit dem Geschäftsmodell gemacht. "Man kann nicht vermeiden, dass gelegentlich Leute die Eier mitnehmen, ohne zu bezahlen", sagt er. "Aber bisher hat sich mein Aufwand immer gelohnt." Nicht zuletzt deshalb hat er vergangenen Monat den Stand in Illerberg aufgestellt.

Das Konzept ist einfach. "Ich befülle morgens den Kühlschrank und hole abends die Dose mit dem Geld wieder ab." Das Angebot ist damals bei den Bewohnern von Weißenhorn gut angekommen und hat sich in der Region durch Mundpropaganda verbreitet. "Inzwischen kommen auch Leute aus Burlafingen, weil sie von meinen Eiern gehört haben."

Reinhold Hardegger plant einen Eierstand in Witzighausen

Dass Hardegger seine Eier nicht in einem Laden verkauft, liegt an der bayerischen Gesetzgebung. Nach dieser müsse man keinen Legehennen-Betrieb registrieren und die Eier weder stempeln noch nach Größe sortieren, wenn man weniger als 350 Hühner besitzt. Der Nachteil sei allerdings, dass die Eier dann nur in Selbstvermarktung verkauft werden dürfen - also nicht über Dritte.

Da der Stand in Illerberg gut angelaufen sei, plant Hardegger bereits die nächste Expansion: Einen weiteren Eierstand in Witzighausen. Außerdem möchte er seine Hühnerpopulation von derzeit 300 Tieren bis zur oben genannten Grenze von 350 aufstocken.

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