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Senden

05.04.2019

Senden: Pläne für Realschule sind vom Tisch

Die Sendener Stadträte haben beschlossen, den Antrag auf Umbau der Wirtschaftsschule zu einer Realschule zurückzuziehen. Stattdessen wollen sie sich nun für eine 5. Klasse einsetzen.

Die Stadt Senden zieht den Antrag zurück, die Wirtschaftsschule umzuwandeln. Stattdessen soll die 5. Klasse her.

Die Wirtschaftsschule in Senden soll Wirtschaftsschule (Wiss) bleiben. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung beschlossen, einen entsprechenden Antrag für die Bildung einer Realschule beim Landratsamt zurückzuziehen. Die Alternative wäre gewesen, diesen wie bisher ruhen zu lassen. Damit ist die Idee, eine gemeinsame Realschule mit Vöhringen aufzuziehen, vom Tisch.

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Ein Rückblick: Ende 2015 hatte Bürgermeister Raphael Bögge begonnen, über den Umbau der Wiss zu einer Verbundrealschule mit Vöhringen nachzudenken. Grund waren die sinkenden Schülerzahlen, 2015 lagen sie mit 148 nahezu auf einem historischen Tief in der 30-jährigen Geschichte der Wiss. Nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtrats hat die Verwaltung dann den Antrag ans Landratsamt Neu-Ulm gestellt: Die Wirtschaftsschule soll zu einer zweizügigen Realschule umgebaut werden.

Wie berichtet, sorgte dies für erheblichen Wirbel in der Schullandschaft des Kreises, vor allem die Städte Weißenhorn, Vöhringen und Neu-Ulm waren von den Plänen Sendens nicht eben angetan. Sie alle fürchteten Nachteile, sprich weniger Schüler und damit auch weniger Klassen und Angebote, für die dort bestehenden Realschulen. Auch im Kreistag waren die Meinungen geteilt – eine schwierige Ausgangsposition also.

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Vöhringer Realschule wäre sehr stark betroffen gewesen

Rein rechnerisch wäre eine Sendener Realschule laut Landratsamt möglich gewesen, aber mit Auswirkungen auf das jeweilige schulische Angebot an den bestehenden Realschulen in Neu-Ulm, Weißenhorn und Vöhringen. Vor allem die Vöhringer Schule wäre „sehr stark betroffen“, hieß es bald danach vonseiten des bayerischen Kultusministeriums. Soll heißen: eine Klasse weniger pro Jahrgang. Nach dieser Nachricht wehrten sich die Vöhringer energisch gegen die Sendener Pläne.

Ende 2016 konnte Wiss-Schulleiterin Helga Grabinger aufatmen: Die Wirtschaftsschule kam bei einem Modellversuch zum Zug, mit dem der Einstieg bereits ab der sechsten Klasse getestet werden sollte. Dieser lief bereits seit 2013 und schon damals hatte sich Senden beworben – durfte jedoch erst einsteigen, als das Kultusministerium die Zahl der Test-Schulen erhöhte. Damit wurden die Pläne für eine Realschule in Senden zunächst auf Eis gelegt.

Vor Kurzem wurde vonseiten des Kultusministeriums mitgeteilt, dass die sechste Jahrgangsstufe ab 2020/21 als offizielle Eingangsklasse eingeführt wird. Sollte das Angebot in Senden weiterhin so angenommen werden wie bisher, könnte die Schülerzahl bis zum Jahr 2022/23 auf 220 steigen, teilte die Sendener Verwaltung schließlich am vergangenen Dienstag in einer Sitzungsvorlage mit. Die 6. Klasse habe sich als Einstieg als „zukunftssichernde“ Maßnahme erwiesen.

Realschul-Pläne begraben, dafür eine 5. Klasse für die Wiss

Der Stadtrat sprach in Senden erneut über den alten Antrag zur Realschule. Der Grund: Der Landkreis hat Senden gebeten, diesen zurückzuziehen, da eine positive Entwicklung für die Schulart zu erkennen sei – nicht zuletzt wegen der offiziellen Einführung der 6. Jahrgangsstufe. Die Sendener Verwaltung hingegen war dagegen. Bögge plädierte dafür, den Antrag weiterhin ruhen zu lassen. So lange, bis die politische Diskussion um die Einführung einer 5. Jahrgangsstufe als Eingangsklasse „zu einem positiven Abschluss gekommen“ sei und „die Wirtschaftsschulen damit die gleichen Start- und Entwicklungschancen bekommen wie die Realschulen“.

Das Gremium hingegen sprach sich dafür aus, das Thema Realschule zu begraben. Mit einem Zusatz, den die CSU-Fraktion formulierte: Die Stadt Senden solle mithilfe des Landkreises beim Kultusministerium das große Interesse an der Einführung einer 5. Klasse für die Wirtschaftsschule kundtun. Dies sei auch als weiterer Modellversuch denkbar. „Es ist wichtig, die Unterstützung vom Landkreis einzufordern, damit eine 5. Klasse kommt“, so Georg Schneider (SPD). Der Beschluss wurde am Ende einstimmig gefasst.

Senden ist also für die 5. Klasse. Damit diese kommt, braucht es sicherlich noch etwas Überzeugungsarbeit. Denn noch im Februar hatte das Kultusministerium mitgeteilt, es gebe derzeit keine Überlegungen zu einer 5. Jahrgangsstufe an den Wirtschaftsschulen.

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