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Senden

05.10.2019

Senden will mehr für den Klimaschutz tun

Der Sendener Stadtrat hat über kommunale Möglichkeiten zum Klimaschutz diskutiert.
Bild: Symbolfoto Bernhard Weizenegger

Stadträte diskutieren über kommunale Möglichkeiten. Anfang Dezember will sich das Gremium mit der Erstellung eines Energienutzungsplans befassen.

Die Stadt Senden soll mehr Klimaschutz betreiben – das fordern derzeit sowohl die Stadtverwaltung als auch die Fraktionen der SPD und der CSU. In seiner Sitzung am Dienstagabend hat der Stadtrat über kommunale Möglichkeiten diskutiert. Die Räte wollen sich im Dezember mit der Erstellung eines Energienutzungsplans befassen. Darin könnte Senden Schwerpunkte in Sachen Energieeffizienz, Einsparung oder erneuerbare Energien festlegen.

Ein kommunales Klimaschutz-Förderprogramm hatte die SPD im Juli bei der Verwaltung beantragt, und die Christsozialen forderten, Geld für den kommunalen Klimaschutz im nächsten Haushalt einzuplanen. Nun machte die Verwaltung einen Vorstoß, schlug einen eigenen Klimaschutzmanager für die Illerstadt vor. Der nämlich könne nötige Maßnahmen ausarbeiten und koordinieren und ließe sich über Fördermittel mitfinanzieren. Bereits im Stellenplan 2020 solle der Manager vorgesehen werden, hieß es im Beschlussvorschlag der Verwaltung. Dazu solle ein Klimaschutzkonzept erstellt werden, wie es beispielsweise auch der Landkreis getan hat.

Der Landkreis Neu-Ulm hat bereits ein Klimaschutzkonzept erstellt

Eine weitere Möglichkeit ist ein Energienutzungsplan, wie Fachmann Roland Mäckle von der Regionalen Energieagentur Ulm/ Neu-Ulm in der Sitzung erläuterte. Ein solcher Plan könne einem Klimaschutzkonzept vorangehen und wird ebenfalls über Förderprogramme bezuschusst. Mäckle schätzte die Kosten für ein umfassenderes Klimaschutzkonzept auf etwa 60.000 Euro, für einen Energiesparplan auf 40.000. Ziel beider Instrumente ist es, auf die jeweilige Kommune abgestimmte Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz aufzuzeigen und umzusetzen.

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Der Landkreis Neu-Ulm hat sein Klimaschutzkonzept bereits im Jahr 2012 erstellt und beschäftigt Florian Drollinger als Klimaschutzmanager. Jener berichtete den Sendenern über die Möglichkeiten des Kreises, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent einzudämmen. Das geschieht unter anderem über die Einbindung alternativer Energien, über Vereinbarungen für mehr Energieeffizienz (sogenanntes Energiespar-Contracting) und Bürgerbeteiligung.

Für einen Klimaschutzmanager gäbe es hohe Fördermittel

Bernd Bachann ( SPD) merkte kritisch an, er habe die Befürchtung, dass ein so aufwendiges Konzept mangels dünner Personaldecke als Papiertiger ende. Denn entscheidend sei, „dass das jemand umtreibt“. Es bringe nichts, einen Sprung anzustreben, „den wir nicht schaffen“. Die Aufgabe sei „mit Bordmitteln so gut wie nicht leistbar“, sagte auch Bürgermeister Raphael Bögge. Das spreche für den Klimaschutzmanager. Ein solcher wäre zu 65 Prozent über Fördermittel finanzierbar.

Es brauche Klarheit über die zu erwartenden Kosten, sagte Theo Walder ( CSU), für ihn komme derzeit nur ein Energiesparplan infrage. Er habe sich von der Information mehr erwartet, sagte Anton Leger (BiSS). Senden verschenke schon jetzt Chancen, wie etwa Fotovol- taikanlagen auf dem Schwimmbad-Gebäude. Helmut Meisel (Grüne) betonte, dass Senden schon seit Jahren Energiespar-Contracting betreibe: „Es ist ja schon was da.“ Claudia Schäfer-Rudolf ( CSU) sagte: „Wir wollen die Verwaltung nicht überstrapazieren.“ Ihre Fraktion wolle 15.000 bis 20.000 Euro für einen Energienutzungsplan einstellen.

Das wiederum ging anderen zu schnell. Am 3. Dezember kommt das Thema auf einstimmigen Beschluss nun erneut auf den Tisch, dann wird das Gremium genauer über einen Energienutzungsplan für Senden informiert.

Berichte über weitere Projekte und Ideen in Sachen Klimaschutz:

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