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06.07.2018

Sendener Schmutzfinken sind hartnäckig

Die Moral bei der Müllentsorgung lässt allgemein nach

Das Sendener Müllproblem wird sich wohl nicht dauerhaft lösen lassen, auch wenn sich bereits einiges verbessert hat. Davon ist Thomas Moritz, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises (AWB), überzeugt. „Blitzblank wird es nicht werden’“, sagte er im Umwelt- und Werkausschuss des Kreises, „mit einer gewissen Verunreinigung wird man leben müssen.“

Nachdem die Klagen über zugemüllte Containerstandorte in der Stadt immer lauter geworden waren (wir berichteten), hatten Mitarbeiter des AWB kritische Plätze in Abstimmung mit der Stadtverwaltung besonders beobachtet. Moritz hatte selber an Containern Aufstellung genommen und die Menschen bei ihrem Tun beobachtet. Sein Fazit: „Denen war es völlig wurscht, ob da einer stand. Wenn ich mich ausgewiesen habe, dann nahmen sie ihre Sachen halt wieder mit.“ Als er erklärte, es sei illegal, an den Recycling-Containern allerlei sonstige Abfälle zu deponieren, bekam er unter anderem folgendes zur Antwort, wie er den Mitgliedern des Ausschusses berichtete: Die Standplätze würden doch sowieso aufgeräumt und sauber gemacht, da sei es doch kein Problem, seinen Müll dazuzustellen. Natürlich sei den angesprochenen Bürgern klar gewesen, dass sie ihre Abfälle über Restmülltonne oder Wertstoffhof entsorgen müssten, doch sie gaben an, „keine Lust, keine Zeit oder kein Auto zu haben“.

In Senden hat sich die Situation mittlerweile leicht verbessert. Die problematischen Standorte, etwa am Bahnhof, werden nun dreimal wöchentlich geleert und gesäubert. Zur Abschreckung will der AWB künftig verstärkt Videokameras aufstellen. Trotz aller Probleme kann laut Moritz nicht auf die Wertstoffstandorte verzichtet werden, sonst würden die Menschen irgendwo anders ihren Müll hinwerfen.

Allerdings leben die Schmutzfinken nicht nur in Senden, hat Moritz beobachtet. Die „Vermüllung einzelner Standplätze“ sei in den vergangenen Jahren verstärkt in vielen öffentlichen und teils privaten Bereichen zu beobachten. Es bestehe ein grundlegendes Vermüllungs-Problem, das nichts mit den Containerstandorten zu tun habe: „Ex und hopp ist wieder in.“ Sein Fazit: „Es ist leider so, dass ein Teil der Bevölkerung zu bequem ist, um die vorhandenen Entsorgungsmöglichkeiten zu nutzen oder aus Gleichgültigkeit keine Rücksicht auf die Umwelt und Mitbürger nimmt.“ (hip)

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