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Ulm

07.06.2015

Shakespeare ohne Shakespeare

Greller Klamauk auf der Wilhelmsburg: Maximilian Wigger-Suttner (links) als Franz Flaut in der Rolle von Thisbe und Gunther Nickles als Tom Schnauz in der Rolle als Wand.
Bild: Martin Kaufhold

Die Zuschauer bei „Ein Sommernachtstraum“ sind geteilter Meinung. Doch manche Elemente bekommen viel Lob.

Der „Sommernachtstraum“ am warmen Juniabend auf der Wilhelmsburg endete im Starkregen, der Peter Squenz´ Bühnenmond in Stücke zerfledderte. Als eher fragmentarisch empfand das Publikum bei der NUZ-Befragung unter Blitz und Donner und im strömenden Regen aber auch Andreas von Studnitz’ Inszenierung des Bühnen-Klassikers, den der Intendant auf die Sexualität der Akteure reduziert. Lob verteilten Befragte vor allem an die Schauspieler, die die Inszenierung zu Ende spielten, während viele Zuschauer bereits vor dem Unwetter flohen, das ab 22.30 Uhr seine Fluten auf die Bühne ergoss. Leere Sitze hatte es allerdings schon nach der Pause gegeben.

„Ich verstehe die Inszenierung mit dem greinenden Baby Oberon nicht“, sagt der Neu-Ulmer Rainer Albert. „Mir wäre eine Aufführung in der klassischen Form und mit dem Originaltext lieber gewesen. Der Abend geht sehr ins Ordinäre, und zu einem großen Teil ist es halt einfach Klamauk.“

„Es war ganz angenehm, dass es mal was anderes als die gewohnten ‘Sommernachtstraum’-Aufführungen gab, aber toll war es auch nicht“, resümiert Wolfgang Presse aus Ulm. „Für die Schauspieler war es sicher sehr schwierig, im strömenden Regen zu spielen, das habe ich wirklich bewundert.“

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Sigrid Huber aus Ravensburg sagt: „Es war sehr wenig Shakespeare, und meine Freundin und ich, wir haben uns immer wieder gefragt, ob Shakespeare das wirklich so wollte. Die Kostüme waren aber richtig toll, sehr, sehr fantasievoll gemacht, und die Wilhelmsburg als Ort ist großartig.“

Bewunderung für die Schauspieler, die dem Unwetter trotzten, empfanden auch die Ulmer Dieter Bschorner und Eleonore Schindelmayr aus Ulm. „Das muss man erst einmal schaffen“, lobten beide. „Aber sonst war die Inszenierung langweilig. Wäre es hier um eine Schüleraufführung gegangen, hätte man über die Längen hinweggesehen. Außerdem war es nur penisorientiert, nur Sex und Lust. Die Vielschichtigkeit des Stückes fehlte. Aber die Kostüme waren richtig schön.“

„Ein bisschen anders als gedacht“ empfand Heinz-Jürgen Lang aus Ulm den Sommernachtstraum dieser Saison. „Diese Inszenierung ist sehr extrem dargestellt. Insgesamt geht das schon in Ordnung. Am Anfang habe ich mich gefragt, worauf von Studnitz hinauswill; dann war es erstaunlich, was sich entwickelte. Mir fehlte hier Shakespeare, aber das war zu erwarten gewesen.“ (köd)

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