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Ehrung

11.07.2016

Sie tun, was Kennedy sagte

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Otto Simon

Landrat Thorsten Freudenberger übergab sechs ehrenamtlich eifrigen Bürgern besondere Auszeichnungen

Mit einem Satz des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy hat Neu-Ulms Landrat Thorsten Freudenberger am vergangenen Freitag sechs Personen im Landratsamt begrüßt, denen an diesem Tag eine besondere Ehre zuteil wurde. Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frage, was du für dein Land tun kannst – lautete das Zitat Kennedys und Freudenberger erklärte dazu: „Menschen wie Sie bringen diese Eigeninitiative tagtäglich immer wieder aufs Neue auf. Sie zeigen dabei Ideenreichtum und, was heute dringender denn je benötigt wird, selbstloses Engagement für andere Menschen.“

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Er überreichte daraufhin Norbert Frank im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck die Bundesverdienstmedaille. Ursula Hörger, Renate Brauner, Anton Schweiggart, Alfred Schwarz und Otto Simon verlieh er das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten. „Menschen von Ihrer Sorte kann es gar nicht genug geben“, sagte Freudenberger.

Ein Überblick über das ehrenamtliche Engagement der Geehrten:

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Norbert Frank

„All Ihre Verdienste aufzuzählen, hieße diese Laudatio zu einer Litanei zu machen“, erklärte Landrat Freudenberger. Seit 48 Jahren gehöre die freiwillige Arbeit für die Allgemeinheit untrennbar zu Norbert Franks Leben. Seit drei Jahrzehnten setze er sich mustergültig für die Fischhege sowie den Gewässer- und Naturschutz ein. Seit 1987 ist er staatlich geprüfter Fischaufseher und seit 1990 Vorsitzender der Fischereigemeinschaft Vöhringen mit ihren etwa 200 Mitgliedern. Vor allem Franks Engagement sei es zu verdanken, dass die Fischereigemeinschaft seit 1996 ein Vereinsheim mit Biotopanlage und Parkplätzen ihr Eigen nennen darf.

Seit 1999 fungiert er auch als Geschäftsführer bei der Fischereigenossenschaft Untere Iller sowie seit 2008 Kreisobmann des Fischereiverbandes Schwaben für den Landkreis Neu-Ulm. In dieser Funktion sei Norbert Frank Verbindungsmann zwischen den Fischereivereinen im Landkreis und den Fachbehörden. Als Vertreter der Fischer gehört er seit 2009 dem fünfköpfigen Naturschutzbeirat des Landkreises Neu-Ulm an. Ein Herzensanliegen sei ihm die Renaturierung der Iller. In diesem Zusammenhang kämpft er aktuell gegen den Ausbau der Wasserkraftanlagen in dem bereits arg strapazierten Fluss.

Neben der Fischerei ist Frank leidenschaftlicher Sportschütze und seit 1968 Mitglied des Vereinsausschusses der Bellenberger Pfeil-Schützen. In seiner Zeit als Vorsitzender (1971 bis 1992) wurde das neue, kombinierte Schießsportzentrum gebaut. Frank sei „Initiator und Motor“ gewesen, so Freudenberger. Danach war er noch bis 2013 neun Jahre lang Gauschützenmeister. Sein diplomatisches Geschick, seine ausgleichende Art und seine konstruktive Gestaltungskraft bringe Norbert Frank zudem seit 1984 im Bellenberger Gemeinderat ein. Seit 2008 ist er Dritter Bürgermeister.

Renate Brauner

Seit fast 22 Jahren wirkt Renate Brauner ehrenamtlich als Kirchenpflegerin der Katholischen Kirchenstiftung St. Ulrich Illerzell. In den Jahren 1996 bis 1997 organisierte und betreute sie den Neubau des Pfarrstadels in Illerzell, mit dem die Pfarrei ein ansprechendes und modernes Pfarrheim erhielt. 2009/2010 stand die Renovierung der Pfarrkirche an, an der Brauner wesentlich beteiligt war. „Wie all die Jahre und Jahrzehnte ihr ganzes Amt, so übten Sie auch diese Aufgaben mit großem Einsatz und vorbildlicher Zuverlässigkeit aus. Darum und wegen ihrem gewinnenden Wesen genießen Sie in der Dorfbevölkerung hohes Ansehen und allseitige Wertschätzung“, lobte Landrat Thorsten Freudenberger.

Ursula Hörger

Von 2007 bis zum April dieses Jahres war Ursula Hörger nicht nur die erste Vorsitzende des TSV Pfuhl, sondern auch die erste Frau in der Vereinsgeschichte, die dieses Spitzenamt bekleidete. In ihre Ära fallen die Planung und der Bau des wegweisenden Turnzentrums, mit dem „Sie sich in Pfuhl ein Denkmal gesetzt haben“, sagte Landrat Freudenberger und zauberte damit ein verlegenes Lächeln auf das Gesicht der Neu-Ulmer Stadträtin. Bereits als zweite Vorsitzende (1997 bis 2004) und Kassenprüferin (2004 bis 2007) habe sie zu den Stützen „Ihres“ TSV Pfuhl gezählt. „In all den Jahren haben Sie enorm viel Kraft in den Verein gesteckt und ihm ihre immensen Fähigkeiten zur Verfügung gestellt. Damit haben Sie sich in außerordentlichem Maße – nicht nur um den TSV und seine Mitgliedern, sondern um alle Menschen in Pfuhl verdient gemacht“, erklärte Freudenberger.

Alfred Schwarz

„Was wäre der Tischtennis-Club Witzighausen nur ohne Sie?“, fragte Landrat Freudenberger, als es an die Auszeichnung von Alfred Schwarz ging. Bereits als 22-Jähriger übernahm er im Verein als Schriftführer, Pressewart und Chronist Verantwortung – und übt diese Funktionen ununterbrochen seit 42 Jahren aus. Auch sportlich engagierte er sich in „herausragender Weise“. Seit über 30 Jahren ist er Mannschaftsführer, seit einigen Jahren Schülertrainer. Von 2008 bis 2012 war er zudem als Sportwart für den gesamten Spielbetrieb im TTC verantwortlich. Seine handwerkliche Begabung stellte Schwarz beim Bau der Witzighauser Gemeinschaftshalle im Jahr 1997 in den Dienst des Vereins. Auch beim alljährlichen Dorffest in Witzighausen – an dessen Gründung er 1977 maßgeblich beteiligt war – sei er nicht mehr wegzudenken.

Anton Schweiggart

Glaube und Gesang – das seien zwei Konstanten im Leben von Anton Schweiggart, fasste Landrat Freudenberger dessen ehrenamtliches Engagement zusammen. Bereits als 16-Jähriger trat er 1955 dem damaligen Männergesangverein Roth-Berg bei und führte diesen, mittlerweile in Chorgemeinschaft Roth-Berg ab 1975 15 Jahre lang als erster Vorsitzender an. Höhepunkte seiner Ägide sei das Festkonzert zum 60-jährigen Jubiläum der Chorgemeinschaft gewesen, das er maßgeblich organisiert hatte. In jedem seiner Amtsjahre habe er zudem ein Konzert auf die Beine gestellt und dadurch das kulturelle Leben in der Marktgemeinde Pfaffenhofen bereichert. Seit 2001 ist er nunmehr Kirchenpfleger der Filialkirche St. Leonhard in Roth. Mit der Sanierung der Filialkirche in Roth unter seiner Regie sei ihm „eine Glanzleistung“ gelungen, so Landrat Freudenberger: „Persönlichkeiten wie Sie braucht ein jedes Dorf. Die Rother und Berger können sich glücklich schätzen, dass sie Sie haben.“

Otto Simon

Wie auch der zuvor geehrte Alfred Schwarzer ist Otto Simon „eine Institution in Verein und Dorf“, stellte Landrat Thorsten Freudenberger fest. Seit 1979, also 37 Jahre lang, lenkt er die Geschicke des TTC Witzighausen als Vorsitzender. Mit ihm an der Spitze hat sich der Verein vom reinen Tischtennisclub zum Mehrsparten-Sportverein mit heute 370 Mitgliedern gewandelt. Sportliche Höhepunkte waren dabei die Landesliga-Aufstiege der Tischtennisdamen 1977 und des Herren-Teams in der Saison 2002/03. Auch beim Witzighauser Dorffest sei Simon laut Freudenberger „seit Jahrzehnten der Macher“. Nicht zu vergessen sei sein Einsatz als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, für den er seit 1998 „überall anpackt und nie die Übersicht verliert“. Zudem sei Otto Simon „der Kopf, die Stimme und die instandsetzende Hand der Vereinsgemeinschaft Witzighausen-Hittistetten“. (az, bmi)

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