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Weißenhorn

17.08.2018

Sie verpackt Wissenswertes über China in Podcasts

Sabrina Weithmann hat lange Zeit in China gelebt.
Bild: Andreas Brücken

Sabrina Weithmann aus Weißenhorn hat über Chinas Wirtschaft promoviert. Um Informationen weiterzugeben, greift die Beraterin selbst zum Mikrofon.

Ein riesiges Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern, das sich rasant verändert. Ein wichtiger Markt für viele Unternehmen. Und gleichzeitig ein Reich, das vielen Menschen in Deutschland noch sehr fremd ist. Das alles trifft auf China zu. Sabrina Weithmann kennt sich sehr gut aus in dem asiatischen Land. Sie hat Sinologie, also Chinakunde, studiert, eine Zeit lang dort gelebt und auch über die chinesische Wirtschaft promoviert. Als selbstständige Beraterin gibt die 31-Jährige, die aus Weißenhorn stammt und jetzt in München lebt, ihr Wissen inzwischen nicht nur an Kunden oder in Fachvorträgen weiter, sondern auch an ein breites Publikum.

In Podcasts, die sie auf der Internet-Plattform chinalogue.de veröffentlicht, spricht Weithmann alleine oder mit Experten über wechselnde Themengebiete mit Bezug zu China. Acht solcher Audiobeiträge sind bislang erschienen, darin geht es unter anderem um die Filmbranche des Landes, um die Start-Up-Szene oder um Fußball in China. Anders als zum Beispiel über die USA, sagt Weithmann, gebe es in Deutschland wenig Vorwissen über die Volksrepublik: „Mein Ziel mit den Podcasts ist, Wissen über China in breitere Runden zu tragen.“ Dabei möchte sie nicht nur Fragestellungen aus Wirtschaft oder Industrie nachgehen. Die Rückmeldungen, die sie bislang bekommen hat, seien sehr positiv gewesen, sagt die Beraterin.

Geld verdient sie mit den Podcasts nicht

Weithmann hat sich vorgenommen, alle 14 Tage einen neuen Podcast zu veröffentlichen. Geld verdient sie damit nicht. Sie sieht es eher als ein Hobby, das ihr Spaß macht, und das gut zu ihrem Beruf passt. Ein Tonstudio braucht sie für die Aufnahmen nicht. Ein Mikrofon und ein Schnittprogramm am Computer reichen aus. Neben Ansprechpartnern und geeigneten Themen benötigt sie allerdings auch Zeit – im Schnitt dauere es sechs bis acht Stunden, bis ein Podcast fertig, erzählt die 31-Jährige.

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Ihre Faszination für Fernost wurde schon während ihrer Schulzeit am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasisum geweckt: „Ich war in der zehnten Klasse bei einem Schüleraustausch in Australien. Dort leben unglaublich viele Chinesen“, erzählt sie. Über ihren Studiengang und einen längeren Aufenthalt in Peking lernte sie China schließlich direkt kennen. Während der olympischen Sommerspiele 2008 schrieb sie in der Hauptstadt auch einige Artikel für die Neu-Ulmer Zeitung.

Mehrmals reiste sie auch in das Land, während sie ihre Doktorarbeit an der Universität Würzburg ausarbeitete. Deren Thema wiederum, das räumt Weithmann ein, ist eher etwas für Spezialisten: Technische Normung in China. Mit ihren Kunden, die sie inzwischen als Selbstständige betreut, fliegt sie hin und wieder auch nach Asien. Im Fokus ihrer Beratungen stehen hauptsächlich die Themen Strategieentwicklung und Strategieberatung. Firmen, die noch nie in China waren, informiert sie unter anderem über mögliche Ansprechpartner vor Ort. Und Unternehmen, die schon länger auf dem chinesischen Markt tätig sind, unterstützt sie dabei, sich an verändernde Begebenheiten anzupassen. „In China verändert sich ganz viel“, sagt Weithmann. Nicht nur in der Wirtschaftswelt.

Ein Land, in dem auch Bettler moderne Technik nutzen

So möchte sie einen ihrer nächsten Podcasts der Handy-App WeChat widmen. Dabei handelt es sich gewissermaßen um die chinesische Version des Nachrichtendienstes WhatsApp. Doch das Programm kann noch viel mehr, wie Weithmann erzählt: „Man kann damit bezahlen oder sich ein Taxi bestellen.“ Und auch Bettler haben den Nutzen dieser App schon für sich entdeckt, wie die 31-Jährige selbst beobachtet hat: Statt eines Huts für Kleingeld hatte der Mann ein Schild mit einem QR-Code vor sich: Passanten, die eine Spende machen wollten, scannten mit dem Smartphone einfach diesen Code und überwiesen so das Geld auf das Konto des Bettlers.

Per Handy lassen sich auch Leihfahrräder buchen und entsperren, die in chinesischen Städten häufig zu finden sind. „China ist ein Fahrradland“, sagt Weithmann. Wer schneller von A nach B muss, wählt eine Schnellzugverbindung, deren Zahl in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. „Man hat viel mehr Platz als in deutschen Zügen“, sagt die Beraterin. „Und sie sind super pünktlich.“

Die Weißenhornerin, die nach wie vor regelmäßig in ihrer Heimatstadt vorbeischaut, ist überzeugt: Chinas Einfluss in der Welt wird in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen.

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